Esther
02.09.2004, 21:04
Wieso alles so gekommen ist? Ich weiß es nicht, und warum sollte ich dich die unzähligen Male angerufen und gefragt haben, wenn ich eine Antwort darauf hätte. Es gab eine Zeit, da kam es mir so vor als ob nichts mehr in meinem Leben fest und sicher ist und ob du es glaubst oder nicht du warst Schuld daran. Doch trotz allem werde ich immer bei dir sein. Unzählige Male hast du mich verletzt, vor den Kopf gestoßen und ich war am Boden. Aber ich stehe zu dir. Jedes Mal wenn du klingeln wirst und vor meiner Tür weinst und lachst, werde ich dich in meine Wohnung herein lassen und ebenso in mein Leben Einfluss haben. Und dafür habe ich auch keine Erklärung, du siehst also es gibt so viele Dinge worauf ich nichts erwidern kann. Doch ich bemühe mich. Und das allein für dich, denn du brauchst bestimmte Fixpunkte in deinem Leben, Personen die sich nie ändern werden und immer da sind. Ich hoffe, ich kann trotz unserer Vergangenheit einer dieser Menschen sein, denn ich werde immer nur dich lieben können. Also lass uns noch einmal ein letztes Mal daran zurückdenken und uns an das früher so Selbstverständliche erinnern.
Ron und Hermine Abschlussball; Ron und Hermine Silvester; Ron und Hermine letzter Schultag; Ron und Hermine... Es ist erstaunlich was man immer wieder vergessen hat. Und dann wenn man in unwichtigen Momenten auf etwas stößt, kommen die Gefühle und Tage, die schon längst verstrichen waren, wieder zurück und es war als ob es gestern wäre. Wie schnell die Zeiten vergehen und die Jahreszahlen um dich schlagen, wird einem erst bewusst, wenn man mal von der Hektik des Alltags abstand nimmt. Wie sehr man damals gelitten und gekämpft hat, wird einem dann wieder bewusst. Wie sehr man jemanden geliebt hat auch... Doch irgendwann hat man keine Zeit mehr, der wichtige Mensch ist ins Dunkel gefallen, man hat zuviel zu tun, so viele Ziele und Träume. Es passiert so leicht, das wegen der Zukunft die Gegenwart zurückgesetzt wird- dass die Geliebten einem dabei behindern und man auf einmal der Ansicht ist, eine Trennung ist besser. Oder man es auch verhindert dass die Person erst mit einem zusammen kommt. Und das schlimme daran ist, dass man nicht sagen kann es war ein Fehler oder nicht, denn man hat die Entscheidung getroffen und wird nie erfahren was passiert wäre, wenn man den anderen Weg genommen hätte. Seufzend legte eine junge Frau einen Karton mit alten Fotos bei Seite. Philosophische Gedanken waren so gar nicht ihre Art. Es war so verwischbar und sentimental. Immer wieder kamen neue Seiten auf, man konnte sich nicht darauf verlassen und wurde nur in seinem Leben gestört. Wieder etwas aufgemuntert wischte sie sich mit ihrer rechten Hand den Schweiß von der Stirn. Schon seit drei Stunden räumte sie hier auf dem verstaubten Dachboden auf. Nie hätte sie angenommen, dass es so eine Arbeit werden, doch die Kisten waren über einander gestapelt und es tauchten immer neue Ecken auf. Eigentlich wollte sie das meiste Gerumpel hier wegschmeißen, doch ihre alten Schulbücher, Stundenpläne und Erinnerungen an ihre Zeit auf Hogwarts konnte sie nicht entbehren und so konnte ein Viertel schon wieder eingeräumt werden. Und dann tauchten immer mehr von solchen Haufen auf. Man könnte meinen sie hätten damals gar nichts anderes zu tun gehabt als Fotos zu schießen und dann waren sie auch noch so vermischt und ungeordnet. 1. Schuljahr der Anfang ,dann die Quidditch-Weltmeisterschaft, Hochzeit von Neville und Luna, Einzugsfotos von ihr. Zuerst wollte sie alle in die Müllecke schieben, doch im nächsten Moment besann sie sich und dachte nach. Sie zog ihre Stirn in Krause und strich sich ein dunkelbraune Locke aus dem Gesicht. Bestimmt nahm sie dann alle mit einem Lächeln beiseite und öffnete mühsam die schwere dunkle Holztür, durch die sie einzig und allein aus dem riesigen Dachstuhl entkam. Nur langsam kam sie die schmale Wendeltreppe herunter. Sie konnte kaum etwas sehen, da ihr ihre Fracht die Sicht nahm. Die Stufen lagen sehr eng aneinander und sie wäre auch bestimmt gestürzt, wenn sie sich nicht so langsam bewegt hätte. Inzwischen rutschten ihr immer mehr die Fotos und Kisten aus den Händen und als sie endlich unten angekommen war, konnte war ihre Spur durch sämtliche Aufnahmen gezeichnet. „Hermine.“ Tönte eine dunkle Männerstimme aus dem Wohnzimmer auf der linken Seite. „Was machst du da?“ Die junge Frau versuchte so schnell wie es geht die Fotos aufzuräumen, schmieß sie eilig in den Karton und wehrte ab. „Nichts. Mir sind nur ein paar Müllkartons aus den Händen gerutscht.“ Schon stand auch schon ihr Freund in der Tür und sie musste noch hinterrücks ein paar Bilder unter die Eichenkommode schieben. Leicht lächelnd nahm er den Karton aus ihren Händen, doch sie riss ihn wieder an sich und sagte in vorwurfsvollem Ton, dass sie das selbst auch schaffen würde. Krum schüttelte den Kopf und folgte ihr in ihr Arbeitszimmer. „Wieso bist du so...“, wenn er aufgebracht war vielem dem geboren Bulgaren immer noch nicht die englischen Bezeichnungen dafür ein. „Zickig?“ half ihm seine Freundin aufgebracht. Viktor nickte und kam ihr näher. „ Das Wort ist es...Zickig... Ich kenne dich so gar nicht, Hermine.“ Hermine räumte den Karton schnell in eine Ecke und wandte sich wieder rot an ihn. „Du sagst, ich sei zickig... Lass mich doch in Ruhe- Wieso wohnst du mit mir zusammen, wenn ich so zickig bin...“ Das Mädchen starrte ihn wütend an, dann weitete sich ihr Gesicht wieder und sie legte sich ihre Hände beschämt vor den Mund. „Entschuldige, Viktor. Ich weiß nicht was mit mir los ist... Es tut mir Leid.“ Sie versuchte ihn zu umarmen, doch er wich zurück und verließ mit schnellen Schritten ihre Wohnung. Betrübt blieb Hermine zurück. Traurig schmeißte sie sich auf ihre weiße Couch und schaute hinaus. Es war typisches Londoner Wetter. Regen über Regen- eigentlich mochte sie ihn, doch heute war es unerträglich. Schon konnte sie wieder in Tränen ausbrechen. Wieso war sie so gemein gegenüber ihrem Liebsten. Sie wollte immer mit ihm zusammen sein, er war ihr perfekter Partner. Es war nie mit ihm langweilig geworden und immer hatte er sich um sie gekümmert, sie verwöhnt. Doch dann gab es einfach nur diese Momente, in denen es ihr auf die Nerven ging, in denen sie explodierte, wegen Kleinigkeiten. Es war immer schon so gewesen und sie hatte gehofft, dass diese Laune vergehen würden. Aber dem war nicht so. Früher hatte sie sie runtergeschluckt, aber nun ließ sie alles raus und danach fühlte sie sich schlimmer als davor. Krum...Viktor hatte das nicht verdient. Sie gab sich Mühe danach alles wieder normal zu machen und er benahm sich so vorbildhaft, verzieh ihr immer. Was war nur mit ihr los? Sie brauchte Viktor so sehr, gerade jetzt. Dann fiel es ihr wieder ein. Auf dem Dachboden hatte sie es wieder vergessen gehabt und dabei würde es ihr Leben für immer verändern. Sie kuschelte sich in ihr Kissen und streichelte sanft über ihren Bauch. Eigentlich war sie mit ihren 20 Jahren noch zu jung, aber es würde schon gehen. Schließlich war da Krum, der immer bei ihr sein würde. Und das junge Paar würde ja nicht alleine sein. Harry konnte sie immer anrufen, das wusste sie. Und Viktors Bruder Mikael würde auch als Onkel mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und Ginny natürlich auch, sie war eine ihrer besten Freundinnen geworden... Mit Luna und Neville traf sie sich auch manchmal noch. Die alten Freunde aus Hogwarts waren nur älter und reifer geworden. Sonst hätten sie sich kaum verändert. Nur mit Ron hatte sie schon Jahre nicht mehr gesprochen- 2 ganze Jahre um genau zu sein. Ihre gemeinsamen Freunde erwähnten den anderen nur, wenn es nötig war, und Hermine war dankbar dafür. Es war alles dumm gelaufen. Und nun war es zu spät... Und dabei würde sie wieder so gerne mit ihrem besten Freund- ehemaligen besten Freund reden und sich streiten... so wie früher. Er hatte einfach zu ihr gehört. Sie waren immer zusammen, es war eine ganz besondere Freundschaft. Harry war toll, er war auch ihr bester Freund. Doch Ron und sie, dass war was anderes- Es war nicht vergleichbar mit Harry und ihr. Es ging darüber hinaus... Er hatte sie immer verteidigt, war immer für sie da. Mit ihm hatte sie gelacht, sich gestritten und war bereit ihr Leben für ihn zu geben. Damals beim letzten Kampf. Ron hatte nie die Chance gehabt sich zu beweisen, er wurde immer ausgeschaltet. Er war so wütend deswegen und dann hatte er seine Chance... Sie musste lächeln, er war so stolz auf sich gewesen...Das war leider Vergangenheit... Seine roten Haare würde sie noch für eine lange Zeit nicht mehr sehen.. .Auch seine Stimme nicht hören... seine Umarmung nicht spüren... Aber vielleicht... Hermine sprang auf und eilte zu der Ecke in der sie die alten Erinnerungen verstaut hatte. Irgendwo musste hier doch noch ein Brief von Ginny sein... Es war der letzte Versuch sie Beide wieder zu vereinen... sie hatte Rons neue Adresse aufgeschrieben... Vielleicht... Vielleicht würde sie wieder mit einander reden... Bei den alten Sachen war er nicht. Das Schriftstück könnte auch in bei ihren normalen Sachen liegen.. Nach einer halben Stunde gab sie die Suche auf. Dann sollte es eben nicht sein. Viktor war noch immer nicht zurückgekommen. Müde und geschafft stellte Hermine sich in die Küche und begann ein Essen selbst zu kochen. Ohne Zauberei oder so etwas. Es sollte etwas ganz besonderes sein. Heute abend bei ihrer Versöhnung wollte sie es ihm sagen. Ganz einfach, klar verständlich ohne sentimental zu sein. Aber wie sollte man bei so einer Sache nicht sentimental sein. Es war unmöglich. Ein Leben entstand... etwas absolut eigenes... Wie konnte man bei dem Erzählen davon nicht in Ekstase geraten. Es war einfach fantastisch und es war der Anfang ihres neuen Leben mit Viktor. Es war eine herrliche Vorstellung. Sie malte sie sich tagtäglich aus und das Schönste daran war, dass sie wahr werden würde. Er war immer bei ihr und er würde sie nie verlassen. Eigentlich hatte sie ihn nicht verdient, doch seine Liebe fand kein Ende und sie erwiderte seine Gefühle. Es hatte gedauert bis es ihr auffiel, doch letztendlich waren sie jetzt gemeinsam aneinander gebunden.
Liza war hübsch, überdurchschnittlich. Ihr Körper war perfekt, volle Lippen, blonde schulterlange glatte Haare, blaue funkelnde Augen und dann noch ihre kleine Stupsnase. Ihre langen Beine und ihr wohlgeformte Busen machten an ihr das Meisterwerk komplett. Als Ron ihr zum ersten Mal vor einem Jahr begegnet war, liefen seine Hormone auf Hochtouren. Sie schminkte sich nicht besonders, war natürlich, witzig und gescheit. Dann arbeitete sie viel und verstand sich mit den meisten Leuten. Liz konnte jeden Typen haben, die meisten Männer, die sie trafen vergaßen sie nie und ihre Liste von Verehrern war lang. Heiratsanträge konnte sie auch schon zählen. Doch in dem Punkt war das katholisch erzogene Mädchen etwas schüchtern und sehr zurückhaltend. Sie hatte bis jetzt nur 2 feste Freunde gehabt und ließ sich nicht gerne auf leichtsinnige Flirts ein. Ihre Ansichten waren strikt und furchtbar romantisch. Liebe auf den ersten Blick, das hatte sie noch nie richtig erlebt. Doch auf einmal hatte sich ihr Leben verändert. Sie unterhielt sich auf einer Studienparty einer Freundin, als plötzlich ein Typ von einer Sonderberufung der Polizei eintrat, irgendwie war etwas mit den Türklinken nicht in Ordnung, irgendwer hatte behauptet ein Griff hätte versucht ihn zu beißen. Nun, es wurde geklärt, dass es ein sehr seltenes Phänomen war oder so, aber... dann wurde Liza Cordell auf einmal heiß und sie versuchte besonders zu wirken, als sie sich mit dem einen Kerl davon unterhielt. Er musste sie für verrückt gehalten haben. Sie hatte immer so albern rumgelacht und brachte kein richtiges Wort heraus. Ihre Wangen glühten und alles war so gestellt gewesen. Der Polizist oder so was ähnliches war etwas- etwas ganz Neues in ihrem Ablauf. Der Mann war lustig und niedlich und charmant... Er hatte rote kurze Haare und Sommersprossen und dieser Typ war nicht so verdammt seltsam wie die anderen. Sie konnte mit ihm lachen, denn nachdem er die Party verlassen hatte ohne das sie sich jemals etwas voneinander erzählt hatten, traf sie ihn danach im Supermarkt und an anderen Orten wieder. Sie wurde Freunde und dann... an einem Abend hat Liz es nicht mehr ausgehalten. Schnell ergriff sie seine Hand und drückte ihre Lippen auf seine. Ron hatte dabei so überrascht ausgesehen. Seitdem trennten sie sich kaum, doch er hielt sie irgendwie auf Abstand. Etwas stand noch zwischen ihnen...
Niedergeschlagen wartete ein Mädchen in der Wohnung des 22-Jährigen, sie hatte einen Schlüssel von ihm bekommen. Die Blondine seufzte, dass hatte ihr Freund doch auch nur getan um sie hinzuhalten. Immer versuchte er sie wieder zu beruhigen, aber sie konnte dem Gefühl nicht entkommen, dass er sie betrog und belog. Was war mit seiner Familie? Und auf welcher Schule war er? Überhaupt sein gesamter Beruf war für sie ein Rätsel. Sie hatte sich ihm ganz offenbart, ihm alles erzählt. Sich im mit Seele und Körper ganz hingegeben und er... behielt die Distanz. Wie sehr es sie verletzte ahnte er nicht. Er hatte ja keine Ahnung. Irgendwas war da was er ihr noch nicht anvertrauen konnte und was ihn immer beschäftigte. Aber wieso... liebte er sie denn nicht? Immer bei jedem Treffen wünschte sie sich, dass er endlich einmal die Wahrheit ansprach, doch bis jetzt war sie immer enttäuscht worden. Je mehr sie sich einander nährten, desto ferner wurde er ihr. Es waren zu viele Fragen da. Zuviele Schwierigkeiten und keine einzige Lösung in Sicht. Ron ließ sie damit alleine, er wollte es nicht sehen und es vor ihr verbergen. Es machte sie fertig. Aber wenn er sie in seinen Armen hielt und sie küsste, dann war es wie weggeblasen. Dann zählte nur noch die Berührung, das Zusammensein... Nicht mehr die Heimlichkeiten.
Ron und Hermine Abschlussball; Ron und Hermine Silvester; Ron und Hermine letzter Schultag; Ron und Hermine... Es ist erstaunlich was man immer wieder vergessen hat. Und dann wenn man in unwichtigen Momenten auf etwas stößt, kommen die Gefühle und Tage, die schon längst verstrichen waren, wieder zurück und es war als ob es gestern wäre. Wie schnell die Zeiten vergehen und die Jahreszahlen um dich schlagen, wird einem erst bewusst, wenn man mal von der Hektik des Alltags abstand nimmt. Wie sehr man damals gelitten und gekämpft hat, wird einem dann wieder bewusst. Wie sehr man jemanden geliebt hat auch... Doch irgendwann hat man keine Zeit mehr, der wichtige Mensch ist ins Dunkel gefallen, man hat zuviel zu tun, so viele Ziele und Träume. Es passiert so leicht, das wegen der Zukunft die Gegenwart zurückgesetzt wird- dass die Geliebten einem dabei behindern und man auf einmal der Ansicht ist, eine Trennung ist besser. Oder man es auch verhindert dass die Person erst mit einem zusammen kommt. Und das schlimme daran ist, dass man nicht sagen kann es war ein Fehler oder nicht, denn man hat die Entscheidung getroffen und wird nie erfahren was passiert wäre, wenn man den anderen Weg genommen hätte. Seufzend legte eine junge Frau einen Karton mit alten Fotos bei Seite. Philosophische Gedanken waren so gar nicht ihre Art. Es war so verwischbar und sentimental. Immer wieder kamen neue Seiten auf, man konnte sich nicht darauf verlassen und wurde nur in seinem Leben gestört. Wieder etwas aufgemuntert wischte sie sich mit ihrer rechten Hand den Schweiß von der Stirn. Schon seit drei Stunden räumte sie hier auf dem verstaubten Dachboden auf. Nie hätte sie angenommen, dass es so eine Arbeit werden, doch die Kisten waren über einander gestapelt und es tauchten immer neue Ecken auf. Eigentlich wollte sie das meiste Gerumpel hier wegschmeißen, doch ihre alten Schulbücher, Stundenpläne und Erinnerungen an ihre Zeit auf Hogwarts konnte sie nicht entbehren und so konnte ein Viertel schon wieder eingeräumt werden. Und dann tauchten immer mehr von solchen Haufen auf. Man könnte meinen sie hätten damals gar nichts anderes zu tun gehabt als Fotos zu schießen und dann waren sie auch noch so vermischt und ungeordnet. 1. Schuljahr der Anfang ,dann die Quidditch-Weltmeisterschaft, Hochzeit von Neville und Luna, Einzugsfotos von ihr. Zuerst wollte sie alle in die Müllecke schieben, doch im nächsten Moment besann sie sich und dachte nach. Sie zog ihre Stirn in Krause und strich sich ein dunkelbraune Locke aus dem Gesicht. Bestimmt nahm sie dann alle mit einem Lächeln beiseite und öffnete mühsam die schwere dunkle Holztür, durch die sie einzig und allein aus dem riesigen Dachstuhl entkam. Nur langsam kam sie die schmale Wendeltreppe herunter. Sie konnte kaum etwas sehen, da ihr ihre Fracht die Sicht nahm. Die Stufen lagen sehr eng aneinander und sie wäre auch bestimmt gestürzt, wenn sie sich nicht so langsam bewegt hätte. Inzwischen rutschten ihr immer mehr die Fotos und Kisten aus den Händen und als sie endlich unten angekommen war, konnte war ihre Spur durch sämtliche Aufnahmen gezeichnet. „Hermine.“ Tönte eine dunkle Männerstimme aus dem Wohnzimmer auf der linken Seite. „Was machst du da?“ Die junge Frau versuchte so schnell wie es geht die Fotos aufzuräumen, schmieß sie eilig in den Karton und wehrte ab. „Nichts. Mir sind nur ein paar Müllkartons aus den Händen gerutscht.“ Schon stand auch schon ihr Freund in der Tür und sie musste noch hinterrücks ein paar Bilder unter die Eichenkommode schieben. Leicht lächelnd nahm er den Karton aus ihren Händen, doch sie riss ihn wieder an sich und sagte in vorwurfsvollem Ton, dass sie das selbst auch schaffen würde. Krum schüttelte den Kopf und folgte ihr in ihr Arbeitszimmer. „Wieso bist du so...“, wenn er aufgebracht war vielem dem geboren Bulgaren immer noch nicht die englischen Bezeichnungen dafür ein. „Zickig?“ half ihm seine Freundin aufgebracht. Viktor nickte und kam ihr näher. „ Das Wort ist es...Zickig... Ich kenne dich so gar nicht, Hermine.“ Hermine räumte den Karton schnell in eine Ecke und wandte sich wieder rot an ihn. „Du sagst, ich sei zickig... Lass mich doch in Ruhe- Wieso wohnst du mit mir zusammen, wenn ich so zickig bin...“ Das Mädchen starrte ihn wütend an, dann weitete sich ihr Gesicht wieder und sie legte sich ihre Hände beschämt vor den Mund. „Entschuldige, Viktor. Ich weiß nicht was mit mir los ist... Es tut mir Leid.“ Sie versuchte ihn zu umarmen, doch er wich zurück und verließ mit schnellen Schritten ihre Wohnung. Betrübt blieb Hermine zurück. Traurig schmeißte sie sich auf ihre weiße Couch und schaute hinaus. Es war typisches Londoner Wetter. Regen über Regen- eigentlich mochte sie ihn, doch heute war es unerträglich. Schon konnte sie wieder in Tränen ausbrechen. Wieso war sie so gemein gegenüber ihrem Liebsten. Sie wollte immer mit ihm zusammen sein, er war ihr perfekter Partner. Es war nie mit ihm langweilig geworden und immer hatte er sich um sie gekümmert, sie verwöhnt. Doch dann gab es einfach nur diese Momente, in denen es ihr auf die Nerven ging, in denen sie explodierte, wegen Kleinigkeiten. Es war immer schon so gewesen und sie hatte gehofft, dass diese Laune vergehen würden. Aber dem war nicht so. Früher hatte sie sie runtergeschluckt, aber nun ließ sie alles raus und danach fühlte sie sich schlimmer als davor. Krum...Viktor hatte das nicht verdient. Sie gab sich Mühe danach alles wieder normal zu machen und er benahm sich so vorbildhaft, verzieh ihr immer. Was war nur mit ihr los? Sie brauchte Viktor so sehr, gerade jetzt. Dann fiel es ihr wieder ein. Auf dem Dachboden hatte sie es wieder vergessen gehabt und dabei würde es ihr Leben für immer verändern. Sie kuschelte sich in ihr Kissen und streichelte sanft über ihren Bauch. Eigentlich war sie mit ihren 20 Jahren noch zu jung, aber es würde schon gehen. Schließlich war da Krum, der immer bei ihr sein würde. Und das junge Paar würde ja nicht alleine sein. Harry konnte sie immer anrufen, das wusste sie. Und Viktors Bruder Mikael würde auch als Onkel mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und Ginny natürlich auch, sie war eine ihrer besten Freundinnen geworden... Mit Luna und Neville traf sie sich auch manchmal noch. Die alten Freunde aus Hogwarts waren nur älter und reifer geworden. Sonst hätten sie sich kaum verändert. Nur mit Ron hatte sie schon Jahre nicht mehr gesprochen- 2 ganze Jahre um genau zu sein. Ihre gemeinsamen Freunde erwähnten den anderen nur, wenn es nötig war, und Hermine war dankbar dafür. Es war alles dumm gelaufen. Und nun war es zu spät... Und dabei würde sie wieder so gerne mit ihrem besten Freund- ehemaligen besten Freund reden und sich streiten... so wie früher. Er hatte einfach zu ihr gehört. Sie waren immer zusammen, es war eine ganz besondere Freundschaft. Harry war toll, er war auch ihr bester Freund. Doch Ron und sie, dass war was anderes- Es war nicht vergleichbar mit Harry und ihr. Es ging darüber hinaus... Er hatte sie immer verteidigt, war immer für sie da. Mit ihm hatte sie gelacht, sich gestritten und war bereit ihr Leben für ihn zu geben. Damals beim letzten Kampf. Ron hatte nie die Chance gehabt sich zu beweisen, er wurde immer ausgeschaltet. Er war so wütend deswegen und dann hatte er seine Chance... Sie musste lächeln, er war so stolz auf sich gewesen...Das war leider Vergangenheit... Seine roten Haare würde sie noch für eine lange Zeit nicht mehr sehen.. .Auch seine Stimme nicht hören... seine Umarmung nicht spüren... Aber vielleicht... Hermine sprang auf und eilte zu der Ecke in der sie die alten Erinnerungen verstaut hatte. Irgendwo musste hier doch noch ein Brief von Ginny sein... Es war der letzte Versuch sie Beide wieder zu vereinen... sie hatte Rons neue Adresse aufgeschrieben... Vielleicht... Vielleicht würde sie wieder mit einander reden... Bei den alten Sachen war er nicht. Das Schriftstück könnte auch in bei ihren normalen Sachen liegen.. Nach einer halben Stunde gab sie die Suche auf. Dann sollte es eben nicht sein. Viktor war noch immer nicht zurückgekommen. Müde und geschafft stellte Hermine sich in die Küche und begann ein Essen selbst zu kochen. Ohne Zauberei oder so etwas. Es sollte etwas ganz besonderes sein. Heute abend bei ihrer Versöhnung wollte sie es ihm sagen. Ganz einfach, klar verständlich ohne sentimental zu sein. Aber wie sollte man bei so einer Sache nicht sentimental sein. Es war unmöglich. Ein Leben entstand... etwas absolut eigenes... Wie konnte man bei dem Erzählen davon nicht in Ekstase geraten. Es war einfach fantastisch und es war der Anfang ihres neuen Leben mit Viktor. Es war eine herrliche Vorstellung. Sie malte sie sich tagtäglich aus und das Schönste daran war, dass sie wahr werden würde. Er war immer bei ihr und er würde sie nie verlassen. Eigentlich hatte sie ihn nicht verdient, doch seine Liebe fand kein Ende und sie erwiderte seine Gefühle. Es hatte gedauert bis es ihr auffiel, doch letztendlich waren sie jetzt gemeinsam aneinander gebunden.
Liza war hübsch, überdurchschnittlich. Ihr Körper war perfekt, volle Lippen, blonde schulterlange glatte Haare, blaue funkelnde Augen und dann noch ihre kleine Stupsnase. Ihre langen Beine und ihr wohlgeformte Busen machten an ihr das Meisterwerk komplett. Als Ron ihr zum ersten Mal vor einem Jahr begegnet war, liefen seine Hormone auf Hochtouren. Sie schminkte sich nicht besonders, war natürlich, witzig und gescheit. Dann arbeitete sie viel und verstand sich mit den meisten Leuten. Liz konnte jeden Typen haben, die meisten Männer, die sie trafen vergaßen sie nie und ihre Liste von Verehrern war lang. Heiratsanträge konnte sie auch schon zählen. Doch in dem Punkt war das katholisch erzogene Mädchen etwas schüchtern und sehr zurückhaltend. Sie hatte bis jetzt nur 2 feste Freunde gehabt und ließ sich nicht gerne auf leichtsinnige Flirts ein. Ihre Ansichten waren strikt und furchtbar romantisch. Liebe auf den ersten Blick, das hatte sie noch nie richtig erlebt. Doch auf einmal hatte sich ihr Leben verändert. Sie unterhielt sich auf einer Studienparty einer Freundin, als plötzlich ein Typ von einer Sonderberufung der Polizei eintrat, irgendwie war etwas mit den Türklinken nicht in Ordnung, irgendwer hatte behauptet ein Griff hätte versucht ihn zu beißen. Nun, es wurde geklärt, dass es ein sehr seltenes Phänomen war oder so, aber... dann wurde Liza Cordell auf einmal heiß und sie versuchte besonders zu wirken, als sie sich mit dem einen Kerl davon unterhielt. Er musste sie für verrückt gehalten haben. Sie hatte immer so albern rumgelacht und brachte kein richtiges Wort heraus. Ihre Wangen glühten und alles war so gestellt gewesen. Der Polizist oder so was ähnliches war etwas- etwas ganz Neues in ihrem Ablauf. Der Mann war lustig und niedlich und charmant... Er hatte rote kurze Haare und Sommersprossen und dieser Typ war nicht so verdammt seltsam wie die anderen. Sie konnte mit ihm lachen, denn nachdem er die Party verlassen hatte ohne das sie sich jemals etwas voneinander erzählt hatten, traf sie ihn danach im Supermarkt und an anderen Orten wieder. Sie wurde Freunde und dann... an einem Abend hat Liz es nicht mehr ausgehalten. Schnell ergriff sie seine Hand und drückte ihre Lippen auf seine. Ron hatte dabei so überrascht ausgesehen. Seitdem trennten sie sich kaum, doch er hielt sie irgendwie auf Abstand. Etwas stand noch zwischen ihnen...
Niedergeschlagen wartete ein Mädchen in der Wohnung des 22-Jährigen, sie hatte einen Schlüssel von ihm bekommen. Die Blondine seufzte, dass hatte ihr Freund doch auch nur getan um sie hinzuhalten. Immer versuchte er sie wieder zu beruhigen, aber sie konnte dem Gefühl nicht entkommen, dass er sie betrog und belog. Was war mit seiner Familie? Und auf welcher Schule war er? Überhaupt sein gesamter Beruf war für sie ein Rätsel. Sie hatte sich ihm ganz offenbart, ihm alles erzählt. Sich im mit Seele und Körper ganz hingegeben und er... behielt die Distanz. Wie sehr es sie verletzte ahnte er nicht. Er hatte ja keine Ahnung. Irgendwas war da was er ihr noch nicht anvertrauen konnte und was ihn immer beschäftigte. Aber wieso... liebte er sie denn nicht? Immer bei jedem Treffen wünschte sie sich, dass er endlich einmal die Wahrheit ansprach, doch bis jetzt war sie immer enttäuscht worden. Je mehr sie sich einander nährten, desto ferner wurde er ihr. Es waren zu viele Fragen da. Zuviele Schwierigkeiten und keine einzige Lösung in Sicht. Ron ließ sie damit alleine, er wollte es nicht sehen und es vor ihr verbergen. Es machte sie fertig. Aber wenn er sie in seinen Armen hielt und sie küsste, dann war es wie weggeblasen. Dann zählte nur noch die Berührung, das Zusammensein... Nicht mehr die Heimlichkeiten.