Vollständige Version anzeigen: Wissenswertes - Ätherische Öle - Magischer Kreis - Forum



Cayenne
21.02.2004, 18:56
Etwas zur Geschichte...

Das Wissen um die gesundheitsfördernde Wirkung ätherischer Öle ist alt. Schon die alten Ägypter, Sumerer, Assyrer und Chinesen, Römer und Polynesier setzten duftende Pflanzenessenzen ein. Doch der Begriff „Aromatherapie“ geht auf einen französischen Chemiker namens Rene-Maurice Gattefossé aus dem kleinen südfranzösischen Ort Grasse zurück.

Der Chemiker experimentierte Anfang des 20. Jahrhunderts mit Pflanzenessenzen, ihren aseptischen Wirkungen und dem Vermögen, die Haut zu durchdringen. Er fasste sein Wissen in einem Buch zusammen, das auch heute noch unter dem Titel „Gattefossé's Aromatherapy“ auf dem Markt ist.

Frankreich spielt eine ganz besondere Rolle im Zusammenhang mit der Aromatherapie: Das Land von Lavendel und Anis ist einer der Hauptproduzenten ätherischer Öle und Grasse das Handelszentrum. Abnehmer sind nicht nur Verbraucher, sondern z. B. auch die Fluggesellschaft British Airways. Gestresste Fluggäste der First- und Business-Class können sich nach Langstreckenflügen in der „Arrival-Lounge“ am Flughafen London Heathrow mit ätherischen Ölen verwöhnen lassen.

Cayenne
21.02.2004, 19:02
Wie der Mensch riecht ...

Gerüche beeinflussen unser Leben. Sie wecken Assoziationen und Emotionen. Doch wie riechen wir überhaupt? Wie unterscheiden wir zwischen dem Duft einer Rose und einer vollen Babywindel? Welche Gerüche empfinden wir als angenehm, welche als abstoßend? Forscher auf den Spuren eines komplexen Sinnesorgans.

In der Nase entdeckten Mediziner auf der Riechschleimhaut, die wenige Quadratzentimeter groß ist, rund 30 Millionen winzigster Riechzellen. Jede Riechzelle ist mit vielen Zilien bestückt, spezialisierten Zellfortsätzen, die in die Nasenhöhle hineinragen und von einer dicken Schleimschicht umgeben sind. Auf deren Oberfläche befinden sich Eiweiße (Rezeptoren), die Duftmoleküle binden können. Jede Riechzelle bildet nur einen ganz bestimmten Rezeptortyp aus.

Der Mensch besitzt etwa 400 verschiedene Duftrezeptoren. Besteht ein Duft aus vielen chemischen Komponenten, regt er mehrere Rezeptortypen an. Über komplexe Reaktionskaskaden wird die Duftinformation in elektrische Signale übersetzt, die über einen langen Nervenfortsatz an das Riechhirn (Bulbus olfactorius) weitergeleitet werden. Dort werden die elektrischen Impulse analysiert und in ein neues Erregungsmuster übersetzt, um die Informationen für höhere Gehirnzentren lesbar zu machen.

Zu den Gehirnzentren gehören neben der Großhirnrinde, die für die Wahrnehmung der Gerüche zuständig ist, das Limbische System als Gefühlszentrum und ein Teil des Zwischenhirns, der auch die Aufnahme von Nahrung zentral steuert. Diese Zentren können Gefühlsregungen, Erinnerungen, Hormonsteuerungen oder immunologische Prozesse auslösen.

Beispiele:
Liebe geht durch die Nase: Selbst die Partnerwahl wird durch unseren Geruchssinn und den Körpergeruch beeinflusst. Je größer die Diskrepanz zwischen dem eigenen Duftprofil und dem eines potenziellen Partners ist, desto attraktiver wird er empfunden. Studien haben ergeben, dass Ehepaare, die sich scheiden ließen, zu annähernd 90 Prozent einen ähnlichen Körpergeruch hatten.

Noch in anderer Hinsicht spielen Gerüche eine Rolle für die Partnerschaft. Frauen scheiden während der fruchtbaren Tage in erhöhter Menge so genannte Kopuline aus. Der Geruch dieser Fettsäuren treibt beim Mann den Testosteronspiegel in die Höhe und steigert seine Lust auf Sex.

:)
Cayenne
21.02.2004, 19:05
Noch einiges zur Dosierung/Anwendung...

Ätherische Öle sind konzentrierte Wirkstoffgemische, die normalerweise nur verdünnt eingesetzt werden sollten. Der Glaube „viel hilft viel“ ist in der Aromatherapie fehl am Platz.

Die beste Wirkung entfalten ätherische Öle, wenn die Konzentration so gewählt wird, dass man die Öle bei der Inhalation gerade noch riecht. Eine maximale Wirkung wird mit einer sehr geringen Konzentration von ätherischem Öl erreicht. Alles, was darüber hinausgeht, bringt keinen zusätzlichen positiven Effekt, sondern bewirkt eher das Gegenteil. Kopfschmerzen sind eine mögliche Folge.

Die Öle sollten zur Massage nicht pur auf die Haut aufgetragen werden, sondern nur gemischt mit einem Basisöl wie Jojoba- oder Mandelöl. Um Duftessenzen im Wasser zu lösen, müssen sie ebenfalls mit einem anderen Öl gelöst werden.

Einige Dosierungsbeispiele, die auf Erfahrungswerten von Reinhard Saller, Naturheilkundeprofessor und Aromatherapieexperte in Zürich beruhen:

Bäder: Vollbad 5 bis10 Tropfen, Sitzbäder 4 bis 5 Tropfen

Duftschalen: 1 bis 6 Tropfen, zwei- bis dreimal am Tag

Duftlampen: ca. 5 Tropfen, mehrmals am Tag

Feuchte Anwendungen: 3 bis 4 Tropfen

Kalte und heiße Kompressen: 1 bis 3 Tropfen


Wenn Aromaöle für eine Massage eingesetzt werden, sollte der Anteil der Aromaöle in der Mischung mit dem jeweiligen Basisöl zwischen einem und drei Prozent ausmachen. Ob eher ein oder eher drei Prozent hängt davon ab, wie stark das Aromaöl duftet. Mehr als drei Prozent Aromaöl sollte man aber nicht verwenden, da die Gefahr der Hautreizung besteht.

Cayenne
21.02.2004, 19:10
Einkauf/Qualität...

Für die Wirksamkeit ätherischer Öle sind die Qualität und Reinheit entscheidend. Öle sind sehr teuer. Panschen ist deshalb ein lukratives Geschäft. In Hamburg hatte man bei der Untersuchung von 80 Bergamotteölen festgestellt, dass 70 Prozent der Öle willkürlich gemischt und verdünnt waren.

„Die Qualität der ätherischen Öle hängt entscheidend von den Anbaubedingungen der entsprechenden Pflanzen, den Herstellungsbedingungen sowie von der Aufbewahrung ab. Werden ätherische Öle unsachgemäß gelagert, können sie durch Oxidation altern und dadurch unerwünschte Veränderungen des Öls auftreten“, sagt Reinhard Saller, Naturheilkundeprofessor in Zürich.

Folgende Angaben sind wichtig:

Das ätherische Öl sollte aus der Stammpflanze gewonnen werden. Angaben wie g & a bedeuten genuin (unverändert) und authentisch.


Eine Bezeichnung „nach DAB“ (Deutsches Arzneimittelbuch) reicht nicht. Diese Angabe schließt nämlich nicht aus, dass synthetische oder naturidentische Öle untergemischt werden. Um den DAB-Anspruch zu erfüllen, müssen nur einige wenige Inhalts- bzw. Hauptkomponenten in der verlangten Konzentration nachgewiesen werden. Ob diese Hauptkomponenten von der eigentlichen Pflanze stammen, ist zweitrangig.


Die Bezeichnung „echtes ätherisches Öl“ bietet keinerlei Reinheits- oder Qualitätsgarantie. Richtig ist dagegen die Angabe „100 Prozent reines ätherisches Öl“.


Auf den Beipackzetteln oder Flaschen sollten die Chargennummer und die lateinische und deutsche botanische Bezeichnung der Herkunftspflanze genannt werden. Wichtig sind auch die Angaben des Pflanzenteils, aus dem das Öl gewonnen wurde, die Füllmenge und das Herkunftsland. Thymianöl ist nicht gleich Thymianöl. Je nach Herkunftsland und Standort variiert die Zusammensetzung des Öls.


Bei Angaben über den Anbau empfiehlt es sich, auf folgende Zusätze achten: kontrolliert-biologischer Anbau, Wildanbau oder konventioneller (rückstandsfreier) Anbau, der besonders für Allergiker geeignet ist.


Fragen Sie nach den Trägerölen in Prozent (sehr teure Öle werden auch verdünnt angeboten!), den Zusätzen, dem Gewinnungsverfahren und regelmäßigen Kontrollen.

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