Junirose
20.12.2004, 22:09
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Traumland
Manchmal muss ich wieder jener stillen Tage denken,
die mir sind wie ein wundersames, gluecklich verbrachtes Leben, das ich fraglos geniessen konnte,
gleich einem Geschenk aus guetigen, unbekannten Haenden.
Und jene kleine Stadt im Talesgrund ersteht da
wieder in meiner Erinnerung mit ihrer breiten Hauptstrasse, durch die sich eine lange Allee prachtvoller Lindenbaeume hinzieht, mit ihren winkeligen Seitengassen, die erfuellt sind von heimlich schaffendem Leben kleiner Kaufleute und Handwerker.
Und mit dem alten Stadtbrunnen mitten auf dem Platze,
der im Sonnenschein so vertraeumt plaetschert,
und wo am Abend zum Rauschen des Wassers
Liebesgefluester klingt.
Die Stadt aber scheint vom vergangenen Leben zu traeumen.
Und sanft geschwungene Huegel, ueber die sich feierlich schweigsame Tannenwaelder ausdehnen,
schliessen das Tal von der Aussenwelt ab.
Die Kuppen schmiegen sich weich an den fernen, lichten Himmel, und in dieser Beruehrung von Himmel und Erde scheint einem der Weltraum ein Teil der Heimat zu sein.
Menschengestalten kommen mir auf einmal in den Sinn,
und vor mir lebt wieder das Leben ihrer Vergangenheit auf, mit all seinen kleinen Leiden und Freuden, die diese Menschen ohne Scheu einander anvertrauen durften.
Acht Wochen habe ich in dieser Entlegenheit verlebt;
diese acht Wochen sind mir wie ein losgeloester, eigener Teil meines - ein Leben für sich -
voll eines unsaeglichen, jungen Glueckes,
voll einer starken Sehnsucht nach fernen, schoenen Dingen.
Hier empfing meine Seele zum ersten Male
den Eindruck eines großen Erlebens.
(c) Georg Trakl
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Traumland
Manchmal muss ich wieder jener stillen Tage denken,
die mir sind wie ein wundersames, gluecklich verbrachtes Leben, das ich fraglos geniessen konnte,
gleich einem Geschenk aus guetigen, unbekannten Haenden.
Und jene kleine Stadt im Talesgrund ersteht da
wieder in meiner Erinnerung mit ihrer breiten Hauptstrasse, durch die sich eine lange Allee prachtvoller Lindenbaeume hinzieht, mit ihren winkeligen Seitengassen, die erfuellt sind von heimlich schaffendem Leben kleiner Kaufleute und Handwerker.
Und mit dem alten Stadtbrunnen mitten auf dem Platze,
der im Sonnenschein so vertraeumt plaetschert,
und wo am Abend zum Rauschen des Wassers
Liebesgefluester klingt.
Die Stadt aber scheint vom vergangenen Leben zu traeumen.
Und sanft geschwungene Huegel, ueber die sich feierlich schweigsame Tannenwaelder ausdehnen,
schliessen das Tal von der Aussenwelt ab.
Die Kuppen schmiegen sich weich an den fernen, lichten Himmel, und in dieser Beruehrung von Himmel und Erde scheint einem der Weltraum ein Teil der Heimat zu sein.
Menschengestalten kommen mir auf einmal in den Sinn,
und vor mir lebt wieder das Leben ihrer Vergangenheit auf, mit all seinen kleinen Leiden und Freuden, die diese Menschen ohne Scheu einander anvertrauen durften.
Acht Wochen habe ich in dieser Entlegenheit verlebt;
diese acht Wochen sind mir wie ein losgeloester, eigener Teil meines - ein Leben für sich -
voll eines unsaeglichen, jungen Glueckes,
voll einer starken Sehnsucht nach fernen, schoenen Dingen.
Hier empfing meine Seele zum ersten Male
den Eindruck eines großen Erlebens.
(c) Georg Trakl
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