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Junirose
06.12.2004, 01:45
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Seit wann feiern die Voelker dieser Erde eigentlich schon Weihnachten?

Die Feier des Weihnachtsfestes ist erstmalig 354 n. Chr. in Rom belegt.
Die junge christliche Kirche feierte urspruenglich die Taufe als Erscheinung des Herrn am 6. Januar beim Epiphaniasfest (Epiphanie = Erscheinung des Herrn).
Erst im 4. Jahrhundert nach der Geburt Christi wurde ein Datum für die Weihnachtsfeier festgelegt, da in der Bibel kein genauer Tag der Geburt Christi dokumentiert war: wider Erwarten war dies der 25. Dezember. Es wird allgemein angenommen, dass der wesentliche Beweggrund der Wahl dieses Datums darin zu finden ist, dass die Kirchvaeter der ersten Stunden wohl ahnten, dass die im Naturgeschehen verwurzelten Braeuche der vorchristlichen "heidnischen" Religionen nicht so einfach auszurotten gewesen waeren und datierten daher strategisch geschickt das zweitwichtigste Fest des Christentums auf den 25. Dezember, den vom Sonnenkult bestimmten Tag...

Im roemischen Reich gab es die weit verbreitete vorchristliche Mithrasreligion in dessen Zentrum die Verehrung der "sol invictus", der unbesiegbaren Sonne, stand: Das Hauptfest dieser "heidnischen" Religion wurde am 25. Dezember - dem Tag der Sonnenwende - gefeiert, wobei zu Ehren der neu aufsteigenden "Siegerin Sonne" grosse Feuer angezuendet wurden.

Die Griechen, Aegyptern und Syrern feierten ebenfalls am 25. Dezember den Geburtstag des 'unbsiegbaren Sonnengottes' und die Juden das Chanukka-Fest.
Noerdlich der Alpen wurde das germanische Jul-Fest gefeiert: es gab Daemonenbeschwoerungen zwischen dem 21. Dezember und dem 06. Januar (sogenannte Rauhnaechte). Hoehepunkt dieses Festes war der Tag der Wintersonnenwende, der laengsten Nacht des Jahres: der 25. Dezember.

Im 6. Jahrhundert wurde das Weihnachtsfest durch Kaiser Justitian zum gesetzlichen Feiertag erklaert und hat sich dann im Laufe der Jahrunderte immer weiter verbreitet.

Verfolgt man die Wortgeschichte unserer heutigen Bezeichnung "Weihnachten", so zeigt sich dass dies seinen Usprung in dem Mittelhochdeutschen "ze den wihen nahten" findet, was soviel wie "in den heiligen Naechten" bedeutet - und somit ist zumindest etmylogisch ein staerkerer Bezug zum Mittelwinterfest als zum Geburtsfest Christi festzustellen. Streng genommen verweist also die Bezeichnung "Weihnachtsbaum" auf die heidnisch-germanische, die Bezeichnung "Christbaum" hingegen auf die christliche Tradition.

Und wer hat eigentlich den Weihnachtsbaum erfunden?

Der Tannenbaumbrauch in der heutigen Form ist noch keine 400 Jahre alt und - wiederum erstaunlich - scheinbar eine aus Sicht der christilichen Kirche gesehen eher ungewollte Entwicklung, da diese ihren Ursprung wiederum in den heidnischen Sitten der Mittwinterzeit findet.

Eine Sitte der Mittwinterzeit war das Hineinholen eines sogenannten "Wintermaien" ins Haus, um Daemonen und Geister zu vertreiben, das Fruehjahr zu bringen und Fruchtbarkeit zu foerdern. Da es nicht immer gelang, Obstbaumzweige - die urspruenglichen "Wintermaien" - rechtzeitig zum Bluehen zu bringen, setzten sich die immergruenen Zweige zunehmend und ab dem 16. Jahrundert in einer stehenden Form zunehmend durch. Um 1605 sollen erste geschmueckte aber kerzenlose Baeume in Strassburg die Stuben verschoeönert haben. Im 18. Jahrhundert wurde der urspruenglich vorchristliche Brauch dann christlich umgedeutet, nachdem allerlei Versuche der Christlichen Kirche, das tief im Volk verwurzelte heidnische Brauchtum zu verbieten, fehlgeschlagen waren.

Im 19. Jahrhundert mit der Biedermeierzeit wird der Weihnachtsbaum eleganter Mittelpunkt des Weihnachtsfestes der gutbuergerlichen Familien, waehrend der Adventskranz als "Weihnachtsbaumersatz" fuer die aermeren Bevoelkerungsschichten geboren wird. 1816 bringt die Gattin des Erzherzogs Karls, Sieger von Aspern ueber Napoleon, den Brauch nach Wien fuer Ihr erstes Kind und fuer jeden Monat des Jahres 1 Kerze an den Baum zu haengen und zu schmuecken. Nur wenige Jahrzehnte spaeter, im Jahre 1882, wird ueber den ersten mit elektrischem Licht beleuchteten Weihnachtsbaum in den USA berichtet und eine regelrechte "Weihnachtsindustrie" begann sich zu entwickeln. So wurde z.B. 1866 der erste gusseiserne Weihnachtsbaumstaender patentiert und ab 1870 die erste industrielle Produktion von Christbaumschmuck verzeichnet.

Ab 1900 trat der Weihnachtsbaum seinen Siegeszug durch die Welt an - heute ist in 90% aller deutschen Haushalte mit mindestens 3 Personen der Christbaum Pflichtbestandteil des Weihnachtsfestes. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2000 ca. 23 mio. Weihnachtsbaeume verkauft, wobei die Nordmanntanne sich aufgrund seiner geringen Neigung zum Nadeln mit jedem Jahr zunehmender Beliebtheit erfreut. So betrug der wertmaessige Marktanteil der Nordmanntanne in 2000 ganze 52%, gefolgt von der Blaufichte mit 16% und der ,Edeltanne' mit 10%. Ebenfalls ist festzustellen, dass "gutes Aussehen" fuer die Kaeufer der immer entscheidendere Kaufgrund wird und der Preis nur noch eine untergeordnete Rolle spielt - der perfekte Weihnachtsbaum ist immer mehr gefragt.
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