Vollständige Version anzeigen: Live8 - Freies Thema - Axl`s Forum



janedoa2002
02.07.2005, 16:38
Interessiert das hier keinen?

Jeden Tag sterben 30 000 Kinder, weil sie unter Armut leiden.

Am Mittwoch den 6. Juli werden die acht Regierungschefs der mächtigsten und reichtsten Länder der Welt für ein Gipfeltreffen in der schottischen Stadt von Gleneagles zusammenkommen.

Diese Männer können die Weltarmut beenden und die Zukunft von Millionen von Menschen ändern. Sie werden es aber nur machen, wenn genug von uns es ihnen sagen. Darum geht "LIVE 8 – Der lange Weg zur Gerechtigkeit" und dafür brauchen wir Ihre Stimmen und nicht Ihr Geld.

"Dies hier ist nicht LiveAid2.

Die Konzerte bilden den Auftakt für die Bewegung "Long Walk To Justice". Sie ermöglichen uns, auf diese Art unsere gemeinsame Stimme zum Ausdruck zu bringen und gehört zu werden.

Dies ist zweifellos ein Einschnitt in die Geschichte, bei dem gewöhnliche` Leute die Initiative ergreifen können, um etwas wirklich Enormes zu erreichen. Wir können von den 8 Regierungschefs beim G8-Gipfeltreffen ein Ende der Armut verlangen. Es liegt in den Händen dieser 8 Regierungschefs die Geschichte zu verändern.

Sie werden es jedoch nur tun wollen, wenn Tausende von Menschen ihnen zeigen, das es so nicht weitergehen kann.

Wenn sie die Entwicklungshilfe verdoppeln, die Schulden streichen und Afrika einen fairen Handel sichern, dann könnten die G8-Regierungschefs die Zukunft von Millionen von Männern, Frauen und Kindern ändern."

Und sie alle machen mit:

In London:
African Children's Choir
Annie Lennox
Bob Geldof
Coldplay
Dido
Elton John
Joss Stone
Keane
Killers, The
Madonna
Mariah Carey
Ms. Dynamite
Paul McCartney
Pink Floyd
Razorlight
REM
Robbie Williams
Scissor Sisters
Snoop Dogg
Snow Patrol
Stereophonics
Sting
Travis
U2
UB40
Velvet Revolver

In Paris:
Andrea Bocelli with the Philarmonie der Nationen
Amel Bent
Axelle Red
Calogero
Cerrone / Nile Rogers
Craig David
Cure, The
David Hallyday
Diam's
Dido
Disiz La Peste
Faudel
Florent Pagny
Kool Shen
Kyo
Louis Bertignac
Matt copora
Muse
Placebo
Raphael
Shakira
Sheryl Crow
Tina Arena
Yannick Noah
Youssou N'Dour

In Berlin:
A-ha
Audioslave
Bap
Brian Wilson
Chris de Burgh
Crosby Stills & Nash
Die Toten Hosen
Faithless
Green Day
Herbert Groenemeyer
Joana Zimmer
Juan Diego Florez
Juli
Katherine Jenkins
Reamonn
Renee Olstead
Roxy Music
Sasha
Silbermond
Soehne Mannheims
Wir Sind Helden

In Rom:
Antonello Venditti
Articolo 31
Biagio Antonacci
Claudio Baglioni
Duran Duran
Elisa
Faith Hill
Francesco De Gregori
Gemelli Diversi
Irene Grandi
Jovanotti
Laura Pausini
Le Vibrazioni
Ligabue
Max Pezzali
Negramaro
Negrita
Nek
Noa
Piero Pelu
Pino Daniele
Povia
Renato Zero
Tim McGraw
Tiromancino
Velvet

In Philadelphia:
Will Smith
Salma Hayek
Natalie Portman
Chris Tucker
Jennifer Connolly
Jimmy Smits
Kami
Alicia Keys
Black Eyed Peas
Bon Jovi
Dave Matthews Band
Def Leppard
Destiny's Child
Jay-Z
Josh Groban
Kaiser Chiefs
Keith Urban
Linkin Park
Maroon 5
P Diddy
Rob Thomas
Sarah McLachlan
Stevie Wonder
Toby Keith

In Berrie:
African Guitar Summit
Barenaked Ladies
Blue Rodeo
Bruce Cockburn
Bryan Adams
The Bachman Cummings Band
Deep Purple
DobaCaracol featuring Kna'an
Gordon Lightfoot
Great Big Sea
Jann Arden
Jet
Les Trois Accords
Motley Crue
Our Lady Peace
DMC
Sam Roberts
Simple Plan
Tegan & Sara
The Tragically Hip
Tom Cochrane

In Tokio:
Bjork
Def Tech
Dreams Come True
Good Charlotte
McFly
Rize

In Johannesburg:
4Peace Ensemble
Jabu Khanyile and Bayete
Lindiwe
Lucky Dube
Mahotella Queens
Malaika
Orchestre Baobab
Oumou Sengare
Vusi Mahlasela
Zola

In Moskau:
Agata Kristy
Aliona Sviridova
B-2
Delphin - TBC
Garik Sukachev - TBC
Jungo
Linda
Moral Code X
Pet Shop Boys
Red Elvises

janedoa2002
04.07.2005, 20:27
Pompöse Popkultur: Kritik an Live 8

Nur «7 Sekunden» für Youssou N'Dour; und Madonna sieht wieder nur Madonna: Inmitten der «besten Show der Welt» gab es auch viele peinliche Momente. Kritiker fragen sich nun, was vom Live-8-Spektakel bleiben wird.

Die Ankündigungen waren vollmundig: Die «beste Show der Welt» wollte man produzieren, so die Macher rund um Bob Geldof, der noch am Tag der weltweiten Live-8-Konzerte mit der Behauptung, die Zuschauerzahl habe weltweit drei Milliarden betragen, sich selbst recht gab. «Dies sind wahrlich die Vereinten Nationen», sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan, prominentester Gast in London.
Abseits der Weltstars in London, Philadelphia oder Berlin zeigte sich jedoch schnell die Hierarchie zwischen erster und dritter Welt, die die Macher doch eigentlich zu bekämpfen suchten. Das hastig anberaumte Konzert in Johannesburg zog gerade mal 40.000 Zuschauer, und fand sich in der Liveübertragung des Spektakels - in Deutschland unter anderem bei Phoenix - nur am Rande.

Weltmusik vor leeren Rängen

Die Ankündigungen waren vollmundig: Die «beste Show der Welt» wollte man produzieren, so die Macher rund um Bob Geldof, der noch am Tag der weltweiten Live-8-Konzerte mit der Behauptung, die Zuschauerzahl habe weltweit drei Milliarden betragen, sich selbst recht gab. «Dies sind wahrlich die Vereinten Nationen», sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan, prominentester Gast in London.
Abseits der Weltstars in London, Philadelphia oder Berlin zeigte sich jedoch schnell die Hierarchie zwischen erster und dritter Welt, die die Macher doch eigentlich zu bekämpfen suchten. Das hastig anberaumte Konzert in Johannesburg zog gerade mal 40.000 Zuschauer, und fand sich in der Liveübertragung des Spektakels - in Deutschland unter anderem bei Phoenix - nur am Rande.

Weltmusik vor leeren Rängen

Das sogenannte «Eden Project» in Cornwall, das Rockstar Peter Gabriel aus Frust darüber organisierte, dass Geldof keine afrikanischen Künstler nach London eingeladen hatte, fand gar fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt: Nur 5000 Weltmusikfans verloren sich bei «Africa Calling» - daran änderte auch Überraschungsgast Angelina Jolie nichts.
Wer auf Zwischentöne dieser Art achtete, der konnte bei der bombastischen Superstar-Show denn auch immer wieder in Zweifeln kommen. So etwa, als in London mit Youssou N'Dour endlich ein afrikanischer Künstler die Bühne betrat. Mehr zu sein als der Duettpartner «7 Seconds» von Sängerin Dido war dem Weltmusik-Star aus dem Senegal jedoch nicht vergönnt. Immerhin formulierte N'Dour eine Botschaft, die die einfache Logik der Live-Aid-Organisatoren (mehr Entwicklungshilfe und Schuldenerlass für die ärmsten Länder) gehörig sprengte: «Öffnet Eure Märkte», so seine einfache, aber letztlich unpopuläre Aussage. Und so blieben die großen Gesten bestimmend bei dem Event.

Die Madonna-Show

Sicherlich berührend war dabei etwa der Auftritt von Birhan Woldu, einer 24 Jahre alte Studentin. Kurz zuvor hatte Konzertinitiator Bob Geldof eine Filmsequenz eingespielt, die vor 20 Jahren um die Welt gegangen war - ein ausgemergeltes, äthiopisches Kind im Todeskampf. «Seht ihr diese schöne Frau?», fragte Geldof die Menge. «Vor 20 Jahren hatte sie noch zehn Minuten zu leben. Aber weil wir damals hier in dieser Stadt und in Philadelphia ein Konzert veranstaltet haben, hat sie letzte Woche ihr Landwirtschaftsexamen gemacht. Heute Abend ist sie hier, das kleine Mädchen Birhan. Lasst euch nicht erzählen, dass das, was wir hier machen, keinen Sinn hat!» Doch schon Sekunden später verflog die echte Emotion schon wieder und wich einem gewissen Unbehagen:

Madonnas Siegesgesten

Als Madonna den Arm der jungen Äthiopierin triumphierend in die Luft hob, wirkte dies auf den Kritiker des «Independent» wie die «Siegesgeste eines Preisboxers: Es ging nicht um die Überlebende, es ging um Madonna». Die hatte zuvor schon mit einer aufwändigen Choreographie und einer nicht endend wollenden Version ihres Hits «Music» gezeigt, wie wichtig sie selbst ihre Teilnahme nahm.

Dass es den Konzertbesuchern wirklich um Afrika ging, bezweifelte nicht nur der politische Chefkorrespondent der BBC, Andrew Marr: «Wenn hier eine Trachtenkapelle aus Bayern spielen würde, wären wohl nicht so viele da.»

«Nein, war nur ein Witz»

Ohne Reaktion nahm das Publikum eine als Scherz gemeinte Einlage des Komikers Ricky Gervais während des Konzerts auf. Er sagte, die Veranstaltung werde vorzeitig abgebrochen, weil sich Bush und Blair soeben auf eine Vervierfachung der Entwicklungshilfe geeinigt hätten. Gefolgt von: «Nein, war nur ein Witz. Die Entwicklungshilfe wird nicht vervierfacht - wir können weitermachen!»

Weitermachen wie immer, so könnte letztlich als Fazit bleiben, werden die Politiker beim kommenden G-8-Gipfel hoffentlich nicht. Wenn es dank Live 8 gelungen ist, dort - und auch im Bewusstsein der Menschen weltweit - Afrika wieder auf die Tagesordnung zu bringen, dann, so schrieb am Sonntag der britische «Observer», «hat der Sound im Hyde Park schon etwas Großes bewirkt».

- Modified by Octane Software Development | More vB Archives