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08.09.2003, 22:29
Mannheimer Morgen – 21.10.2002
"Wer die Halle will, muss dafür die Mittel zur Verfügung stellen"
[i]Interview mit Oberbürgermeister Gerhard Widder zu den Ergebnissen des "MM"-Bürgerbarometers [/i]
Herr Widder, 60 Prozent der Mannheimer halten den Bau der Arena für nötig. Hatten Sie mit dieser breiten Zustimmung gerechnet?
GERHARD WIDDER: Die intensive Diskussion hat deutlich werden lassen, welchen Stellenwert eine solche Multifunktionshalle für unsere Stadt und die Region hat. Nicht zuletzt deshalb haben wir große Unterstützung im Planungsprozess durch die Region erfahren. Ohne die Arena wird es auf mittlere Sicht kein Eishockey der Spitzenklasse in Mannheim mehr geben. Wir wollen nicht länger bedeutende Großveranstaltungen an Mannheim und der Region vorbeigehen sehen. Mit der Arena schaffen wir die Voraussetzung, diese in die Region zu holen.
Fast die Hälfte der Bürger meint gleichzeitig, dass sich der finanzielle Kraftakt für die Stadt nicht lohnt. Rund 110 Millionen Euro für Bau und Infrastruktur - ist das nicht zu viel für eine Multifunktionshalle?
WIDDER: Wer die Halle will, muss dafür auch die Mittel zur Verfügung stellen. Die Baukosten müssen in jährlichen Raten in rund 30 Jahren zurückgezahlt werden. Da uns keine Zinsen in Rechnung gestellt werden, führt dies gegenüber einer üblichen Finanzierung zu einer Entlastung der Stadt von 37 Millionen Euro. Ohne dieses Entgegenkommen der Familie Hopp wäre der Bau unmöglich gewesen. Verbunden mit dem Bau der Halle lösen wir ein seit Jahrzehnten anstehendes Problem im Öffentlichen Personennahverkehr. Wir können endlich das Maimarkt-Gelände an die Straßenbahn anschließen und gleichzeitig die Anbindung von Neuhermsheim vornehmen und die von Neuostheim deutlich verbessern.
Bleibt es bei den geplanten Kosten oder müssen wir uns bei dem hohen Planungstempo auf Überraschungen einstellen?
WIDDER: Die bisherige Kosten sind das Ergebnis einer vorsichtigen Schätzung. Auf Grund der derzeitigen Preissituation dürfen wir erwarten, dass die Ausschreibungen der Baumaßnahmen für die Infrastruktur der Arena zu Ergebnissen führen werden, die innerhalb dieser Schätzungen liegen. Wir sind jedoch zunächst auf die sichere Seite gegangen. Bei den Baukosten haben wir absolute Kostensicherheit, da in den Verträgen mit der Familie Hopp der Beitrag der Stadt festgeschrieben ist.
Ist die Finanzierung vor dem Hintergrund von steigenden Steuerausfällen auch langfristig gesichert?
WIDDER: Es gilt, die Finanzierung im Rahmen des beschlossenen und genehmigten Haushaltsplanes und der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt zu bewältigen. Natürlich geht dies nicht ohne Eingriff in andere Maßnahmen. Betroffen ist dabei das Projekt "Mannheim 21", und dabei insbesondere die Verlegung der "Südtangente" und der "Feuerwache Mitte". Weitere Auswirkungen auf den Haushalt gibt es nicht.
Das Risiko für den Betrieb der Halle liegt zwar bei der Familie Hopp. Aber was macht die Stadt, wenn das Konzept nicht funktioniert und Hopp sich zurückzieht?
WIDDER: Wir vertrauen der Familie Hopp, die schon beachtliche finanzielle Vorleistungen bei der Planung erbracht hat. Man sieht ja auch, wie stark sie sich beim Bau der Arena engagiert. Außerdem hat sie zugesagt, die Pacht des Betreibers durch eine so genannte Patronatserklärung in jedem Fall abzusichern.
Herr Hopp hat angekündigt, erst mit dem Bau zu beginnen, wenn es Rechtssicherheit gibt. Kann der ehrgeizige Zeitplan trotz der zu erwartenden Klagen der Arena-Gegner eingehalten werden?
WIDDER: Verzögerungen können nicht ausgeschlossen werden. Dies ist dem Investor bekannt und auch mit ihm besprochen. Wir hoffen jedoch, dass im Falle einer Klage recht schnell mit einer gerichtlichen Entscheidung gerechnet werden kann.
"Wer die Halle will, muss dafür die Mittel zur Verfügung stellen"
[i]Interview mit Oberbürgermeister Gerhard Widder zu den Ergebnissen des "MM"-Bürgerbarometers [/i]
Herr Widder, 60 Prozent der Mannheimer halten den Bau der Arena für nötig. Hatten Sie mit dieser breiten Zustimmung gerechnet?
GERHARD WIDDER: Die intensive Diskussion hat deutlich werden lassen, welchen Stellenwert eine solche Multifunktionshalle für unsere Stadt und die Region hat. Nicht zuletzt deshalb haben wir große Unterstützung im Planungsprozess durch die Region erfahren. Ohne die Arena wird es auf mittlere Sicht kein Eishockey der Spitzenklasse in Mannheim mehr geben. Wir wollen nicht länger bedeutende Großveranstaltungen an Mannheim und der Region vorbeigehen sehen. Mit der Arena schaffen wir die Voraussetzung, diese in die Region zu holen.
Fast die Hälfte der Bürger meint gleichzeitig, dass sich der finanzielle Kraftakt für die Stadt nicht lohnt. Rund 110 Millionen Euro für Bau und Infrastruktur - ist das nicht zu viel für eine Multifunktionshalle?
WIDDER: Wer die Halle will, muss dafür auch die Mittel zur Verfügung stellen. Die Baukosten müssen in jährlichen Raten in rund 30 Jahren zurückgezahlt werden. Da uns keine Zinsen in Rechnung gestellt werden, führt dies gegenüber einer üblichen Finanzierung zu einer Entlastung der Stadt von 37 Millionen Euro. Ohne dieses Entgegenkommen der Familie Hopp wäre der Bau unmöglich gewesen. Verbunden mit dem Bau der Halle lösen wir ein seit Jahrzehnten anstehendes Problem im Öffentlichen Personennahverkehr. Wir können endlich das Maimarkt-Gelände an die Straßenbahn anschließen und gleichzeitig die Anbindung von Neuhermsheim vornehmen und die von Neuostheim deutlich verbessern.
Bleibt es bei den geplanten Kosten oder müssen wir uns bei dem hohen Planungstempo auf Überraschungen einstellen?
WIDDER: Die bisherige Kosten sind das Ergebnis einer vorsichtigen Schätzung. Auf Grund der derzeitigen Preissituation dürfen wir erwarten, dass die Ausschreibungen der Baumaßnahmen für die Infrastruktur der Arena zu Ergebnissen führen werden, die innerhalb dieser Schätzungen liegen. Wir sind jedoch zunächst auf die sichere Seite gegangen. Bei den Baukosten haben wir absolute Kostensicherheit, da in den Verträgen mit der Familie Hopp der Beitrag der Stadt festgeschrieben ist.
Ist die Finanzierung vor dem Hintergrund von steigenden Steuerausfällen auch langfristig gesichert?
WIDDER: Es gilt, die Finanzierung im Rahmen des beschlossenen und genehmigten Haushaltsplanes und der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt zu bewältigen. Natürlich geht dies nicht ohne Eingriff in andere Maßnahmen. Betroffen ist dabei das Projekt "Mannheim 21", und dabei insbesondere die Verlegung der "Südtangente" und der "Feuerwache Mitte". Weitere Auswirkungen auf den Haushalt gibt es nicht.
Das Risiko für den Betrieb der Halle liegt zwar bei der Familie Hopp. Aber was macht die Stadt, wenn das Konzept nicht funktioniert und Hopp sich zurückzieht?
WIDDER: Wir vertrauen der Familie Hopp, die schon beachtliche finanzielle Vorleistungen bei der Planung erbracht hat. Man sieht ja auch, wie stark sie sich beim Bau der Arena engagiert. Außerdem hat sie zugesagt, die Pacht des Betreibers durch eine so genannte Patronatserklärung in jedem Fall abzusichern.
Herr Hopp hat angekündigt, erst mit dem Bau zu beginnen, wenn es Rechtssicherheit gibt. Kann der ehrgeizige Zeitplan trotz der zu erwartenden Klagen der Arena-Gegner eingehalten werden?
WIDDER: Verzögerungen können nicht ausgeschlossen werden. Dies ist dem Investor bekannt und auch mit ihm besprochen. Wir hoffen jedoch, dass im Falle einer Klage recht schnell mit einer gerichtlichen Entscheidung gerechnet werden kann.