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20.07.2004, 19:51
Mannheimer Morgen 20.7.2004
Von Gaby Booth
Die Stadt Mannheim hat sich einen Schildbürgerstreich geleistet, der gestern vor dem Amtsgericht ein unrühmliches Ende fand.
Es geht um ein Haus mit Grundstück, das in Nachbarschaft der entstehenden Multifunktionshalle Arena im Gewann Bösfeld steht.
Dort wohnt der 47-jährige Josef Schmidt. Ihm und seinem Bruder Ferenc sowie einer vielköpfigen Erbengemeinschaft gehörte das Anliegen zu je einem Drittel. Die Stadt wollte das Grundstück erwerben, doch Josef Schmidt, Zivilangestellter bei der US Army, hatte etwas dagegen. Er lebt dort seit vielen Jahren alleine und wollte partout nicht ausziehen. Denn in diesem Haus stecken nach seiner Aussage viele Emotionen, hier habe seine Mutter Tomaten und Gurken geerntet, da spielte er mit seinem Bruder Verstecken.
Alle Angebote zu einem Umzug in Häuser in anderen Stadtteilen schlug er aus, prozessierte vielmehr, erreichte (mit anderen Arena-Gegnern), dass im Bebauungsplan eine Lärmschutzwand eingeplant wurde. Sieben Meter hoch sollte diese werden und etwa 400 000 Euro kosten. Doch die Stadt Mannheim wollte eine solche unschöne Blockadewand in unmittelbarer Umgebung einer ultramodernen Sportarena vermeiden und setzte ihre Juristen an.
Die kamen auf die Idee mit der Teilversteigerung.
Tatsächlich konnte ein Mitglied aus der Erbengemeinschaft gewonnen werden, das diese Teilversteigerung beim Amtsgericht beantragte. Juristisch war alles wasserdicht. Doch dann kam gestern die für alle Seiten überraschende Wendung.
Das Ergebnis vorweg: Josef Schmidt ersteigerte gestern das Haus, das er bisher zu einem Drittel besaß als Ganzes und ist nun alleiniger Eigentümer. Für 401 000 Euro erhielt der 47-Jährige den Zuschlag. Bei 400000 Euro war für die Stadt die Schmerzgrenze erreicht, sie wird nun um Haus und Grundstück herum einen hässlichen Lärmschutzwall errichten. "Aus wirtschaftlichen Gründen war es nicht mehr möglich über diesen Betrag hinaus gehende Gebote abzugeben, da es sich hier um Steuermittel handelt", sagte gestern Oberbürgermeister Gerhard Widder und bedauert diese Entwicklung.
Ob Josef Schmidt nun glücklich wird?
Tomaten können als Nachtschattengewächse ohne Sonne auskommen, aber was ist mit ihm?
Von Gaby Booth
Die Stadt Mannheim hat sich einen Schildbürgerstreich geleistet, der gestern vor dem Amtsgericht ein unrühmliches Ende fand.
Es geht um ein Haus mit Grundstück, das in Nachbarschaft der entstehenden Multifunktionshalle Arena im Gewann Bösfeld steht.
Dort wohnt der 47-jährige Josef Schmidt. Ihm und seinem Bruder Ferenc sowie einer vielköpfigen Erbengemeinschaft gehörte das Anliegen zu je einem Drittel. Die Stadt wollte das Grundstück erwerben, doch Josef Schmidt, Zivilangestellter bei der US Army, hatte etwas dagegen. Er lebt dort seit vielen Jahren alleine und wollte partout nicht ausziehen. Denn in diesem Haus stecken nach seiner Aussage viele Emotionen, hier habe seine Mutter Tomaten und Gurken geerntet, da spielte er mit seinem Bruder Verstecken.
Alle Angebote zu einem Umzug in Häuser in anderen Stadtteilen schlug er aus, prozessierte vielmehr, erreichte (mit anderen Arena-Gegnern), dass im Bebauungsplan eine Lärmschutzwand eingeplant wurde. Sieben Meter hoch sollte diese werden und etwa 400 000 Euro kosten. Doch die Stadt Mannheim wollte eine solche unschöne Blockadewand in unmittelbarer Umgebung einer ultramodernen Sportarena vermeiden und setzte ihre Juristen an.
Die kamen auf die Idee mit der Teilversteigerung.
Tatsächlich konnte ein Mitglied aus der Erbengemeinschaft gewonnen werden, das diese Teilversteigerung beim Amtsgericht beantragte. Juristisch war alles wasserdicht. Doch dann kam gestern die für alle Seiten überraschende Wendung.
Das Ergebnis vorweg: Josef Schmidt ersteigerte gestern das Haus, das er bisher zu einem Drittel besaß als Ganzes und ist nun alleiniger Eigentümer. Für 401 000 Euro erhielt der 47-Jährige den Zuschlag. Bei 400000 Euro war für die Stadt die Schmerzgrenze erreicht, sie wird nun um Haus und Grundstück herum einen hässlichen Lärmschutzwall errichten. "Aus wirtschaftlichen Gründen war es nicht mehr möglich über diesen Betrag hinaus gehende Gebote abzugeben, da es sich hier um Steuermittel handelt", sagte gestern Oberbürgermeister Gerhard Widder und bedauert diese Entwicklung.
Ob Josef Schmidt nun glücklich wird?
Tomaten können als Nachtschattengewächse ohne Sonne auskommen, aber was ist mit ihm?