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08.09.2003, 16:12
Mannheimer Morgen, 17. Januar 2003
Millionen-Loch könnte Stadtbahn stoppen
Doch die MVV bekräftigt, zur Arena-Einweihung rollen auch die Züge ins Bösfeld
"Die Mannheim-Arena wird an den Finanzen scheitern", davon ist Andreas Schöber von der Bürgergemeinschaft (BG) Mühlfeld überzeugt. Zusätzlich wehrt sich die Initiative mit juristischen Mitteln gegen das Projekt. "Ausfinanziert", betonen dagegen Oberbürgermeister Gerhard Widder und sein Kämmerer Dr. Norbert Egger, wenn die Sprache auf die Millionen-Investitionen für die Multifunktionshalle kommt.
Der Grüne-Bezirksbeirat Andreas Schöber und seine Mitstreiterin Andrea Grassl fuhren gestern vor Journalisten weitere schwere Geschütze gegen die Mannheim-Arena auf. Die geplante Stadtbahn-Anbindung werde ein zusätzliches Millionen-Loch in die Stadtkasse reißen, behaupteten die beiden: "Die Förderung fällt flach." Ihrer Meinung nach werden keine Zuschüsse aus dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz (GVFG) für diese Trasse nach Mannheim fließen - eine zusätzliche Belastung von 34 Millionen Euro für die Kommune. "Keine Probleme", konterte Dr. Gerhard Becker, Leiter der Verkehrstechnik bei der MVV, auf Nachfrage des "MM". Seit zehn Jahren sei diese ÖPNV-Verbindung im Bundesprogramm angemeldet. Schon im Oktober habe die MVV erste Gespräche mit dem Verkehrsministerium aufgenommen und Zusagen erhalten. "Ich sehe in der Finanzierung überhaupt keine Schwierigkeiten", so Becker. Derzeit hätten sowieso nur Bayern und Baden-Württemberg noch Geld, um den Landesanteil aufzubringen. Deshalb sei die GFVG-Kasse des Bundes gut gefüllt.
Weitere "Knackpunkte" will die BG in den Unterführungen ausgemacht haben, die für den Stadtbahnring vom Planetarium über Neuhermsheim, Bösfeld und den Maimarkt nach Neuostheim gebaut werden müssen. Schöber erklärte: "In den Kostenschätzungen nicht enthalten." Auch hier entgegnete Becker: "Diese Maßnahmen sind in den Baukosten für die Strecke von rund 55 Millionen Euro enthalten - und die sind nach wie vor gültig." Auch dass die ersten Zuschüsse in Höhe von zwei Millionen Euro erst für 2005 avisiert sind, ist für den ÖPNV-Manager "kein Problem". Vorher würden sowieso kaum Rechnungen eingehen - und wenn doch, finanziere das die MVV eben vor. Das Verkehrsunternehmen stehe weiterhin zu seiner Zusage, wenn voraussichtlich im Frühjahr 2005 die Eishockey-Adler zum ersten Mal in der Mannheim-Arena spielen sollten, fährt auch die Stadtbahn ins Bösfeld, zumindest auf dem einen Streckenast ab Neuostheim.
Daran glaubt die Bürgergemeinschaft nicht. Sie befürchtet, dass die Menschen auch in zwei Jahren weiterhin mit einem Bus-Ersatzverkehr zum künftigen Messe- und Sportpark transportiert werden. "Das verbessert unsere Prozess-Chancen, weil nämlich dann die Leute alle mit dem Auto kommen und so die vorgeschriebenen Lärmwerte nicht eingehalten werden können", sagte Schöber. Bis gegen Ende des Jahres erwartet er eine Entscheidung sowohl im Normenkontrollverfahren wie auch in der Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen die Arena-Baugenehmigung.
Sollten für die BG alle Stricke reißen, steht noch die Hamsterfrage vor der Europäischen Union offen. Auch hier läuft eine Klage um die nach "Flora-und-Fauna-Habitat-Richtlinie" geschützen Nager. "Das kann allerdings dauern", befürchtete Schöber und seufzte: "Die Mühlen in Brüssel mahlen ganz besonders langsam."
Millionen-Loch könnte Stadtbahn stoppen
Doch die MVV bekräftigt, zur Arena-Einweihung rollen auch die Züge ins Bösfeld
"Die Mannheim-Arena wird an den Finanzen scheitern", davon ist Andreas Schöber von der Bürgergemeinschaft (BG) Mühlfeld überzeugt. Zusätzlich wehrt sich die Initiative mit juristischen Mitteln gegen das Projekt. "Ausfinanziert", betonen dagegen Oberbürgermeister Gerhard Widder und sein Kämmerer Dr. Norbert Egger, wenn die Sprache auf die Millionen-Investitionen für die Multifunktionshalle kommt.
Der Grüne-Bezirksbeirat Andreas Schöber und seine Mitstreiterin Andrea Grassl fuhren gestern vor Journalisten weitere schwere Geschütze gegen die Mannheim-Arena auf. Die geplante Stadtbahn-Anbindung werde ein zusätzliches Millionen-Loch in die Stadtkasse reißen, behaupteten die beiden: "Die Förderung fällt flach." Ihrer Meinung nach werden keine Zuschüsse aus dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz (GVFG) für diese Trasse nach Mannheim fließen - eine zusätzliche Belastung von 34 Millionen Euro für die Kommune. "Keine Probleme", konterte Dr. Gerhard Becker, Leiter der Verkehrstechnik bei der MVV, auf Nachfrage des "MM". Seit zehn Jahren sei diese ÖPNV-Verbindung im Bundesprogramm angemeldet. Schon im Oktober habe die MVV erste Gespräche mit dem Verkehrsministerium aufgenommen und Zusagen erhalten. "Ich sehe in der Finanzierung überhaupt keine Schwierigkeiten", so Becker. Derzeit hätten sowieso nur Bayern und Baden-Württemberg noch Geld, um den Landesanteil aufzubringen. Deshalb sei die GFVG-Kasse des Bundes gut gefüllt.
Weitere "Knackpunkte" will die BG in den Unterführungen ausgemacht haben, die für den Stadtbahnring vom Planetarium über Neuhermsheim, Bösfeld und den Maimarkt nach Neuostheim gebaut werden müssen. Schöber erklärte: "In den Kostenschätzungen nicht enthalten." Auch hier entgegnete Becker: "Diese Maßnahmen sind in den Baukosten für die Strecke von rund 55 Millionen Euro enthalten - und die sind nach wie vor gültig." Auch dass die ersten Zuschüsse in Höhe von zwei Millionen Euro erst für 2005 avisiert sind, ist für den ÖPNV-Manager "kein Problem". Vorher würden sowieso kaum Rechnungen eingehen - und wenn doch, finanziere das die MVV eben vor. Das Verkehrsunternehmen stehe weiterhin zu seiner Zusage, wenn voraussichtlich im Frühjahr 2005 die Eishockey-Adler zum ersten Mal in der Mannheim-Arena spielen sollten, fährt auch die Stadtbahn ins Bösfeld, zumindest auf dem einen Streckenast ab Neuostheim.
Daran glaubt die Bürgergemeinschaft nicht. Sie befürchtet, dass die Menschen auch in zwei Jahren weiterhin mit einem Bus-Ersatzverkehr zum künftigen Messe- und Sportpark transportiert werden. "Das verbessert unsere Prozess-Chancen, weil nämlich dann die Leute alle mit dem Auto kommen und so die vorgeschriebenen Lärmwerte nicht eingehalten werden können", sagte Schöber. Bis gegen Ende des Jahres erwartet er eine Entscheidung sowohl im Normenkontrollverfahren wie auch in der Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen die Arena-Baugenehmigung.
Sollten für die BG alle Stricke reißen, steht noch die Hamsterfrage vor der Europäischen Union offen. Auch hier läuft eine Klage um die nach "Flora-und-Fauna-Habitat-Richtlinie" geschützen Nager. "Das kann allerdings dauern", befürchtete Schöber und seufzte: "Die Mühlen in Brüssel mahlen ganz besonders langsam."