Vollständige Version anzeigen: Klage gegen "Grössenwahn-Arena" - Aus den Medien - MArena - Die inoffizielle Site zur Mannheim Arena



Admin
04.09.2003, 23:22
[B]"Hopp-Park" bei Anwohnern umstritten / Rahmenplan für 70 Millionen-Euro-Projekt steht[/B]

Im Herbst soll Spatenstich für die neue Mannheim-Arena im Bösfeld sein. Während die Stadträte im Hauptausschuss den Rahmenplan mit Investor und Eishockey-Adler-Besitzer Dietmar Hopp für die Multifunktionshalle einstimmig absegneten, formiert sich in Neuostheim Widerstand gegen den 70 Millionen Euro teuren Bau. Eine Bürgergemeinschaft (BG) Mühlfeld "Für den grünen Osten" kündigte gestern eine Normenkontrollklage an.
"Für Menschen, die Ruhe suchen. Mit diesem Slogan hat die Stadt in den 60er Jahren Bürger ins Neubaugebiet an der Hans-Thoma-Straße gelockt," berichtet Anwohnerin Andrea Grassel. Davon könne keine Rede mehr sein. Erst der Maimarkt, nun die Arena - dagegen steigen die rund 50 Mitglieder der BG auf die Barrikaden. "Immer mehr Neuostheimer, Neuhermsheimer und Seckenheimer werden sich unserer Initiative anschließen", ist Andreas Schöber überzeugt. Es gehe dabei nicht nur um die mangelhafte Verkehrsanbindung der künftigen Arena oder die Blockade einer Frischluftschneise in die Innenstadt, sondern auch um die Millionen-Summen, die Mannheim für die Infrastruktur der Großveranstaltungshalle ausgeben müsse. "Dabei haben wir nicht einmal Geld für Straßenreparaturen, Schulsanierung und Kindergärten", ergänzt Alt-CDU-Stadtrat und BG-Mitstreiter Hermann Motz.

"Alles, was gegen eine Bebauung im Bösfeld spricht, wird von der Stadt ignoriert", schimpft Landwirt Karl-Martin Bühler aus Seckenheim. Auch er ist sich sicher, dass die Kosten aus dem Ruder laufen werden: "Das wird eine Größenwahn-Arena, und das Ganze nicht für einen Verein, sondern für ein Wirtschaftsunternehmen, die Adler GmbH, mit hoch bezahlten Söldnern."

Die Bürgergemeinschaft befürchtet gar, dass im Bösfeld ein "Hopp-Park" entsteht. Denn der SAP-Mitbegründer plane ja nicht nur die Arena, sondern auch ein Hotel sowie Restaurants. Bühler: "Und dann lassen die Adler-Fans nach dem Spiel ihr Geld nicht mehr in der Stadt, sondern bei Hopp." Alternativ-Vorschlag der BG: Eine Halle auf dem Postgelände oder auf einer Konstruktion über dem Rhein, wie sie Gerd Bauer und seine Architektengruppe aus Ludwigshafen vorgeschlagen haben.

Ungerührt vom Gegenwind aus Neuost-heim befürworteten Oberbürgermeister Gerhard Widder, SPD-Fraktionschef Dr. Frank Mentrup und Stadtrat Carsten Südmersen (CDU) in nichtöffentlicher Ausschuss-Sitzung den Rahmenplan. In dem Papier werden die finanziellen und juristischen Konstruktionen zwischen Stadt und Familie Hopp beschrieben. Der Investor baut die Halle für 14 000 Zuschauer. Mannheim sorgt für die Infrastruktur mit Stadtbahn, Straßen sowie Parkhäusern - und zahlt zinslos die Baukosten in 30 Jahren zurück. Im ersten Jahr 1,3 Millionen Euro - und dann jährlich um drei Prozent "dynamisiert". Bürgermeister Dr. Peter Kurz spricht von "guten Konditionen und Absicherungen". Hopp übernehme im Wesentlichen die Verantwortung für die Arena und habe schon deshalb Interesse an einem wirtschaftlichen Betrieb. Sein Konzept sowie den Generalunternehmer werde Hopp "in wenigen Wochen" vorstellen.

© Mannheimer Morgen – 18.07.2002

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[Editiert durch Admin ein Donnerstag, September 4, 2003 @ ][/size]
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