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Admin
08.09.2003, 22:05
Mannheimer Morgen – 01.06.2002

Adler-Gesellschafter Daniel Hopp: "Die neue Arena bietet eine einzigartige Chance"

Betreiber, Stadt und Eishockeyverein arbeiten auf den Neubau im Bösfeld hin / Halle soll "die modernste und funktionalste in Europa werden"

Von unserem Redaktionsmitglied Angelika von Bülow

Daniel Hopp ist einer der massgeblichen Männer bei den Planungen für eine neue Arena. Der Mitgesellschafter der Adler, Sohn von SAP-Gründer Dietmar Hopp, zeigt Profil. Bei den Adlern, bei denen er alle Entscheidunhgen trifft, seien sie nun finanzieller oder sportlicher Art, aber auch bei der neuen Halle, die er von Beginn an unter seine Fittiche genommen hat. Keine Sitzung, die er versäumt, kein Detail, das ihn kalt lässt. Deshalb ist er auch einer der kompetentesten Ansprechpartner. Wir wollten von Daniel Hopp wissen, wie der derzeitige Stand der Dinge in Sachen Mannheim-Arena ist.

Herr Hopp, Wie weit fortgeschritten sind die Pläne für die neue Arena?

DANIEL HOPP: Nach wie vor befinden wir uns in Gesprächen mit zwei Konsortien. Mit diesen beiden potentiellen Partnern erarbeiten wir Raumprogramme und durch die gewonnene Erfahrung aus den Besichtungen zahlreicher Multifunktionsarenen versuchen wir, die Fehler, die andere gemacht haben, zu vermeiden. Es soll etwas Einzigartiges in Mannheim und für Mannheim entstehen. Ich denke, wir sind auf dem besten Weg, das zu erreichen.

Es kommen immer neue Themen auf: Anwohner, Hamster, Luftschneisen, Ausgrabungen, die das Projekt gefährden könnten. Wie groß ist die Gefahr, dass man scheitert mit dem Standort?

HOPP: Diese Themen sind nicht neu und werden von uns sehr ernst genommen. Egal welchen Standort man gewählt hätte, es hätte überall auch Einsprüche von Bürgern gegeben. Zum Thema Luftschneisen wurde ein Gutachten erstellt, bei dem keine relevanten Probleme erkannt wurden. Die Stadt Mannheim hat alle Themen, die in ihrem Verantwortungsbereich liegen und die das Projekt auf dem Bösfeld hätten gefährden können, zielstrebig angepackt und diese auch gelöst. Ich denke, dass die Gefahr, dass das Projekt auf dem Bösfeld nicht realisiert werden kann, äußerst klein ist.

Warum wurden nicht auch andere Standorte intensiver überprüft?

HOPP: Wir haben von Anfang an mehrere Standorte im Visier gehabt, doch es hat sich dann auch bald herausgestellt, dass die innenstädtische Lösung unbezahlbar ist, sowohl für die Familie Hopp als auch für die Stadt Mannheim. Aus dieser Erkenntnis heraus haben wir unsere ganze Kraft ins Bösfeld gesteckt und ich bin fest davon überzeugt, dass wir im Jahr 2004 eine der modernsten und funktionalsten Arenen in Europa haben.

Steht das Finanzierung- und Betreiberkonzept?

HOPP: Das Finanzierungkonzept war die Grundlage, auf die wir unsere Überlegungen und Planungen aufgebaut haben. Wir, als Familie Hopp, leisten die Vorfinanzierung zum Bau der Arena und die Stadt wird innerhalb von 30 Jahren den Großteil der Bausumme an unsere Familie zurückbezahlen. Für uns bleibt ein doch erheblicher Zinsverlust, der im operativen Geschäft auch nur sehr schwer wieder eingefahren werden kann. Die Stadt Mannheim wird die infrastrukturellen Maßnahmen durchführen und nach 30 Jahren wird die Arena in den Besitz der Stadt Mannheim übergehen.

Viele Hallen arbeiten defizitär. Wie will man das in Mannheim vermeiden? Oder nimmt man es billigend in Kauf? Und vor allem, wer soll das bezahlen?

HOPP: Wir haben die einmalige Chance eine Halle zu betreiben, die nicht über eine Bank finanziert worden ist. Sämtliche Arenen dieser Art sind durch Banken finanziert, unser Projekt wird aus eigenen Mitteln getragen, und das macht die Arbeit doch um vieles leichter. Das Betriebsrisiko liegt also voll auf unserer Seite und dies ist eine sehr herausfordende Aufgabe. Ich bin guter Dinge, dass wir ein finanziell positives Ergebnis erzielen können und dadurch den Zinsverlust, der beim Bau entstanden ist, verringern.

Zum Sportlichen: Die Adler bauen voll und ganz auf das Jahr 2004 und damit auf den Bezug der neuen Arena. Was passiert, wenn die bis dahin nicht stehen kann, ändern sich dann auch sportliche Zielsetzungen?

HOPP: Seit mehreren Jahrzehnten wird im altehrwürdigen Friedrichspark Eishockey gespielt und wenn sich aus nicht abzusehenden Gründen das Projekt verschieben sollte, ändert das nichts an unseren sportlichen Planungen. Unser Ziel, mit einer Arena zu den fünf besten Clubs in Europa zu gehören, bleibt bestehen.

Angenommen, die Arena wird nicht rechtzeitig gebaut, was passiert dann mit den Adlern, wie lange können sie noch im maroden Stadion am Friedrichspark spielen?

HOPP: Richtig ist, dass wir nicht unbegrenzt im Friedrichspark spielen können, aber alles andere als der Bau der Arena sind für mich Eventualitäten, die zu meiner festen Überzeugung nicht eintreffen werden. Die Stadt Mannheim, die Adler, die Fans und die Familie Hopp als Investor wollen diese Arena, um Mannheim zu einem sportlichen und kulturellen Mittelpunkt in der Region zu machen. Dadurch ist die Existenz der Adler gesichert.

Eine Anwohnerin hat gemeint, Ihr Vater, Dietmar Hopp, wolle sich mit der neuen Halle ein Denkmal setzen. Was sagen Sie zu solchen Äußerungen? . . .

HOPP: Wie gesagt, es gibt bei jedem Projekt immer jemanden, der dagegen ist, dies ist normal und damit haben wir gerechnet. Meinem Vater jedoch zu unterstellen, er wolle sich ein Denkmal setzen, entbehrt doch jeder Grundlage. Die Dietmar Hopp Stiftung tut eine ganze Menge karitativer Dinge und setzt sich für sozial schwache Menschen ein, auch in Mannheim. Ich denke nicht, dass mein Vater es nötig hat, sich Denkmäler zu setzen, und wollte er dies tun, dann mit Sicherheit nicht in Form einer Arena im Mannheimer Bösfeld.
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