Admin
04.09.2003, 23:33
[B]Promoter sehen rosige Perspektiven für die Arena
Experten aus der Veranstaltungs-Branche sind sich einig:
Mannheimer Multifunktionshalle hat gute Wettbewerbs-Chancen[/B]
Attraktive Sportwettkämpfe, glamouröse Show-Events und imageträchtige Konzerte mit Popstars, die bisher die Region verschmähen - all dies würde die geplante Mannheim Arena künftig ermöglichen. Mehrere vom "MM" befragte Experten aus der Veranstalter-Branche geben einer solchen Großhalle übereinstimmend gute Wettbewerbs-Chancen.
Bei Konzert-Promotern, Hallenbetreibern und den Geschäftsführern bereits existierender Arenen hat sich unsere Zeitung umgehört. Die Bewertung der Mannheimer Arena-Pläne war durchweg gleich lautend: Trotz Konjunkturkrise und Kaufzurückhaltung herrsche auf dem Freizeitsektor eine enorme Nachfrage. Und im Hinblick auf die Konkurrenz-Standorte Frankfurt (Festhalle), Karlsruhe (Europahalle) und Stuttgart (Schleyerhalle) habe die Quadratstadt große Vorteile.
"Wenn man die Möglichkeit, hier eine Arena zu bauen, ausschlagen würde, würde man sich lächerlich machen", wettert Matthias Mantel, Geschäftsführer der Mannheimer Konzertagentur BB-Promotion. Es gebe genug attraktive Bands und Künstler, um eine Halle mit 10 0000 Plätzen zu bespielen. Rock-Größen wie Alanis Morissette, Paul Simon oder Roger Waters seien auf Tour gewesen, er habe sie aber nicht veranstalten können, weil es bislang keine geeignete Halle in der Quadratestadt gebe. "Die Arena wäre genau das Richtige", findet er. Sie biete den Besuchern endlich einen zeitgemäßen Service (Sitzplätze, komfortable Gastronomie, moderne Toilettenanlagen), "und so weit ich die Planungen kenne, ist die Arena besser als die Hallen in Frankfurt und Stuttgart."
Positiv schätzt auch Andreas Kuchajda, Geschäftsführer der Preussag-Arena Hannover, die Chancen einer ähnlichen Einrichtung in Mannheim ein: "Es gibt hier ein Eishockey-Spitzenteam mit einem großen Fan-Anhang. Allein deshalb ist es schon wichtig und Erfolg versprechend, dass so eine Halle gebaut wird." Auf keinen Fallunterschätzen dürfe man die Werbewirkung für die Stadt: "Ein Box-Event zum Beispiel trägt bis hinüber in die USA." Sehr wichtig sei aber neben dem Nutzungskonzept die Besetzung der Geschäftsleitung. Ein professionelles Management müsse es schaffen, im Raum Mannheim eine solche Halle etablieren zu können.
Bei der Köln Arena basiert das Erfolgsrezept auf einem starken sportlichen Fundament. Gleich drei massenwirksame Vereine haben dort ihre Heimstätte: die Kölner Haie (Eishockey), Rhine Energy Cologne (Basketball) und der VfL Gummersbach (Handball). Die Gummersbacher hätten bei ihren letzten vier Spielen über 60 000 Besucher angezogen, erklärt ein Sprecher der Köln Arena. Eine solche Halle übe immer auch eine Art Sogwirkung aus und aktiviere neue Besucherschichten; der Effekt sei so ähnlich wie bei einem Multiplex-Kino.
Ein Fachmann, der den Markt bestens kennt und international als Berater bei Arena-Projekten agiert, ist Michael Brill. Der Geschäftsführer der SMG-Entertainment Deutschland (sie betreibt weltweit 150 Veranstaltungsstätten) und der König-Pilsener-Arena in Oberhausen sieht "recht gute Wettbewerbs-Chancen" für die Mannheim Arena. Sehr günstig sei die Anbindung an die Adler ("einer der bestgeführten Vereine in Deutschland"). Dass die Festhalle in Frankfurt veraltet und durch ihre Verbindung zur Messe nicht gut nutzbar sei, eröffne weitere Perspektiven. Und der Konzertmarkt sei nach wie vor viel versprechend: "Das Live-Veranstaltungsgeschäft ist konjunkturell längst nicht so betroffen wie andere Bereiche." Es sei aber schon festzustellen, dass die Zahl zugkräftiger Künstler nicht in dem Masse steige wie die Zahl neuer Arena-Bauten.
Für Brill sind daher die Leitungspersönlichkeiten und das Nutzungskonzept einer solchen Veranstaltungsstätte von entscheidender Bedeutung. Ganz oben auf der Prioritätenliste der Erfolgsfaktoren stehen seiner Meinung nach die Philosophie und die Geschäftskontakte des Managements. Erst danach spiele das Marktpotenzial eine Rolle, dann erst seien die baulichen Gegebenheiten ausschlaggebend. "Auch wenn alle anderen Faktoren günstig sind - kann eine unfähige Person an der Spitze ein solche Haus herunter wirtschaften."
© Mannheimer Morgen – 31.01.2003
Experten aus der Veranstaltungs-Branche sind sich einig:
Mannheimer Multifunktionshalle hat gute Wettbewerbs-Chancen[/B]
Attraktive Sportwettkämpfe, glamouröse Show-Events und imageträchtige Konzerte mit Popstars, die bisher die Region verschmähen - all dies würde die geplante Mannheim Arena künftig ermöglichen. Mehrere vom "MM" befragte Experten aus der Veranstalter-Branche geben einer solchen Großhalle übereinstimmend gute Wettbewerbs-Chancen.
Bei Konzert-Promotern, Hallenbetreibern und den Geschäftsführern bereits existierender Arenen hat sich unsere Zeitung umgehört. Die Bewertung der Mannheimer Arena-Pläne war durchweg gleich lautend: Trotz Konjunkturkrise und Kaufzurückhaltung herrsche auf dem Freizeitsektor eine enorme Nachfrage. Und im Hinblick auf die Konkurrenz-Standorte Frankfurt (Festhalle), Karlsruhe (Europahalle) und Stuttgart (Schleyerhalle) habe die Quadratstadt große Vorteile.
"Wenn man die Möglichkeit, hier eine Arena zu bauen, ausschlagen würde, würde man sich lächerlich machen", wettert Matthias Mantel, Geschäftsführer der Mannheimer Konzertagentur BB-Promotion. Es gebe genug attraktive Bands und Künstler, um eine Halle mit 10 0000 Plätzen zu bespielen. Rock-Größen wie Alanis Morissette, Paul Simon oder Roger Waters seien auf Tour gewesen, er habe sie aber nicht veranstalten können, weil es bislang keine geeignete Halle in der Quadratestadt gebe. "Die Arena wäre genau das Richtige", findet er. Sie biete den Besuchern endlich einen zeitgemäßen Service (Sitzplätze, komfortable Gastronomie, moderne Toilettenanlagen), "und so weit ich die Planungen kenne, ist die Arena besser als die Hallen in Frankfurt und Stuttgart."
Positiv schätzt auch Andreas Kuchajda, Geschäftsführer der Preussag-Arena Hannover, die Chancen einer ähnlichen Einrichtung in Mannheim ein: "Es gibt hier ein Eishockey-Spitzenteam mit einem großen Fan-Anhang. Allein deshalb ist es schon wichtig und Erfolg versprechend, dass so eine Halle gebaut wird." Auf keinen Fallunterschätzen dürfe man die Werbewirkung für die Stadt: "Ein Box-Event zum Beispiel trägt bis hinüber in die USA." Sehr wichtig sei aber neben dem Nutzungskonzept die Besetzung der Geschäftsleitung. Ein professionelles Management müsse es schaffen, im Raum Mannheim eine solche Halle etablieren zu können.
Bei der Köln Arena basiert das Erfolgsrezept auf einem starken sportlichen Fundament. Gleich drei massenwirksame Vereine haben dort ihre Heimstätte: die Kölner Haie (Eishockey), Rhine Energy Cologne (Basketball) und der VfL Gummersbach (Handball). Die Gummersbacher hätten bei ihren letzten vier Spielen über 60 000 Besucher angezogen, erklärt ein Sprecher der Köln Arena. Eine solche Halle übe immer auch eine Art Sogwirkung aus und aktiviere neue Besucherschichten; der Effekt sei so ähnlich wie bei einem Multiplex-Kino.
Ein Fachmann, der den Markt bestens kennt und international als Berater bei Arena-Projekten agiert, ist Michael Brill. Der Geschäftsführer der SMG-Entertainment Deutschland (sie betreibt weltweit 150 Veranstaltungsstätten) und der König-Pilsener-Arena in Oberhausen sieht "recht gute Wettbewerbs-Chancen" für die Mannheim Arena. Sehr günstig sei die Anbindung an die Adler ("einer der bestgeführten Vereine in Deutschland"). Dass die Festhalle in Frankfurt veraltet und durch ihre Verbindung zur Messe nicht gut nutzbar sei, eröffne weitere Perspektiven. Und der Konzertmarkt sei nach wie vor viel versprechend: "Das Live-Veranstaltungsgeschäft ist konjunkturell längst nicht so betroffen wie andere Bereiche." Es sei aber schon festzustellen, dass die Zahl zugkräftiger Künstler nicht in dem Masse steige wie die Zahl neuer Arena-Bauten.
Für Brill sind daher die Leitungspersönlichkeiten und das Nutzungskonzept einer solchen Veranstaltungsstätte von entscheidender Bedeutung. Ganz oben auf der Prioritätenliste der Erfolgsfaktoren stehen seiner Meinung nach die Philosophie und die Geschäftskontakte des Managements. Erst danach spiele das Marktpotenzial eine Rolle, dann erst seien die baulichen Gegebenheiten ausschlaggebend. "Auch wenn alle anderen Faktoren günstig sind - kann eine unfähige Person an der Spitze ein solche Haus herunter wirtschaften."
© Mannheimer Morgen – 31.01.2003