Vollständige Version anzeigen: Dachkonstruktion vor der Montage - Aktuelles - MArena - Die inoffizielle Site zur Mannheim Arena



RFO
15.07.2004, 22:05
Die Mannheim Arena im Bösfeld nimmt unübersehbar Konturen an. In den nächsten Tagen wird die Dachkonstruktion auf das 100-Millionen-Euro-Projekt gesetzt. Dann kann es an den Innenausbau gehen. Gestern war eine Baustellenbesichtigung angesagt.

"Wir liegen zeitlich im Plan, sind sogar etwas voraus, die ausgeführten Arbeiten sind von hoher Qualität, und bislang hat es noch keinen ernsthaften Unfall gegeben", be-schreibt der SAP-Mitbegründer und Investor Dietmar Hopp die gegenwärtige durchweg erfreuliche Situation auf der Großbaustelle im Bösfeld, direkt neben der Autobahnauffahrt nach Heidelberg. Gleichzeitig berichtet er, dass Sponsoren und potenzielle Veranstalter von dem, was da im Mannheimer Osten entsteht, begeistert sind. 26 der 42 für Firmen zur Verfügung stehenden Logen seien bereits vermietet, für die Spiele der Mannheimer Adler in der Eishockey-Saison 2005/2006 schon jetzt 2500 Dauerkarten verkauft worden. "Die Vorfreude ist auf allen Seiten groß", freute sich Hopp.

In Anwesenheit von Oberbürgermeister Gerhard Widder sowie der Bürgermeister Lothar Quast, Dr. Peter Kurz und Rolf Schmidt, erläuterte er Bauleiter des holländischen Generlunternehmens HBM, Peter Rijken, der auch die Arena "auf Schalke" mitverantwortlich erstellt hat, das weitere Vorgehen auf der Baustelle. Noch diese Woche soll mit dem Einbau der hölzernen Dachkonstruktion, die immerhin 90 Meter überspannt, begonnen werden. Die einzelnen Bögen werden zunächst noch von 20 Meter hohen und bis zu einem Meter dicken Stämmen, die man aus dem Schwarzwald hat kommen lassen, abgestützt. Das Dach soll acht Meter über die Gebäudeaußenseite hinausragen, schließlich mit einer hellen Plastikabdeckung versehen werden. Steht die Dachkonstruktion in ihrer Gesamtheit, werden die Schwarzwaldstämme entfernt, das gesamte Dach innerhalb von zwei Tagen um rund sechs Zentimeter langsam abgesenkt und abgelegt. Das soll im August geschehen, dicht soll das Dach Anfang September sein.

60 Tonnen schwer ist die Dachkonstruktion selbst, der unter der Decke hängende Video-würfel wiegt 15 Tonnen, vier auf dem Dach angebrachte Belüftungsgeräte, die unter anderem verhindern sollen, dass es in der Eishalle Kondenswasser regnet, wiegen 100 Tonnen. Dies und zusätzlich eine theoretisch hochgerechnete Jahrhundertschneemenge müssen die Dachbalken aushalten. Für Holz als Material hat man sich - so unglaublich das klingt - aus Brandschutzgründen entschieden. Eine Holzkonstruktion hält in dieser Hinsicht wesentlich mehr aus als Stahl, der weich wird und schnell einbricht. Man könnte sagen, das Dach der Mannheim Arena lebt. Weil es sich bewegt. Deshalb liegt es zusätzlich auf 40 so genannten Pendelstützen, die Bewegungen des Daches aufgrund von Temperaturunterschieden oder in Folge des Winddruckes mitmachen. Auch bei der Vermeidung von Kondenswasser hat Holz Vorteile gegenüber kaltem Stahl.

Rund 110 Menschen arbeiten gegenwärtig auf der Baustelle. Das wird sich noch bis auf rund 200 Arbeiter steigern, wenn es an den Innenausbau geht, sobald das Dach über der Eishalle und über den Trainingshallen abgedichtet ist. Überwiegend sollen Firmen aus der Region an der Multifunktionshalle bauen, auch wenn es letztlich eine ökonomische Entscheidung des Generalunternehmens bleiben müsse, wer einen Auftrag bekomme, wie Hopp erklärte. Dass Firmen der Region nach wie vor bevorzugt werden, bestätigte indes auch Peter Rijken.

Im Umfeld der Mannheim Arena werden insgesamt etwa 2900 zusätzliche Parkplätze entstehen, die zeitweilig auch von den Maimarkt-Besuchern genutzt werden können. Die Parkplätze werden von der Mannheimer Parkhausbetriebe (MBP) GmbH betrieben. Mit moderaten Gebühren könne die Stadt einen kleinen "Return on Investment" erwarten für die Millionen, welche man hier investiert habe, sagte Baubürgermeister Quast. Es wird außerdem eine sechsspurige zusätzliche Erschließungsstraße entstehen, die bereits zum nächsten Maimarkt im April genutzt werden kann. Innerhalb einer Stunde sollen darüber alle Parkplätze komplett entleert werden können.

Die Zugänge zur Mannheim Arena werden so konzipiert, dass im Notfall eine Räumung bei vollbesetzter Arena innerhalb von sechs bis sieben Minuten erfolgen kann. Geplant ist die Multifunktiosnhalle zunächst als Nichtraucher-Arena. In den Pausen wird es aber für die Raucher ausreichend Möglichkeiten geben, ihrem ungesunden "Hobby" nachzugehen.

Ende Juni 2005 muss man mit dem Innenausbau fertig sein, will man zum Eishockey-Start 2005 die Tore öffnen. Richtfest soll jetzt aber zunächst einmal am 17. September sein.

(c) Rhein-Neckar-Zeitung 15.7.2004
Von Harald Berlinghof
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