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10.09.2003, 21:03
Mannheimer Morgen - 3. September 2003
Arena kann Lücke schließen, Adler hoffen auf den Neubau
Lange nicht mehr hat ein Sportstätten-Neubau in der Region solch eine erbitterte Kontroverse eröffnet, wie die Mannheim-Arena im Bösfeld. Das 85-Millionen-Euro-Projekt der Adler-Eigner Dietmar und Daniel Hopp, das bis zum Sommer 2005 fertig gestellt werden soll, ist für die Einen eine gigantische Millionenverschwendung - für die Anderen bedeutet es eine gewaltige Chance und ein Imagegewinn für den Großraum Mannheim.
Auf der einen Seite stehen die Hallen-Gegner: Sie kritisieren die Stadt Mannheim, die mit immensen Haushaltsproblemen zu kämpfen hat und dennoch in den nächsten 30 Jahren den zinsfreien Kredit der Hopps zurückzahlt (65 Millionen Euro) und außerdem Grundstücke im Wert von zwölf Millionen Euro zur Verfügung stellt sowie mit Hilfe der MVV einen Stadtbahnanschluss (50 Mio. Euro) und mit Landesunterstützung die Infrastruktur (35,7 Mio. Euro) bereit hält.
Auf der anderen Seite stellt der multifunktionale Hallenbau eine riesige Chance für die Region und Mannheim dar - schließlich bietet die Arena Platz für rund 15 000 Besucher und wird nicht nur den Mannheimer Adlern eine perfekte DEL-Heimat sein (11 000 Sitzplätze, 3600 Stehplätze), sondern auch Platz für andere Top-Ereignisse bieten: Konzerte, TV-Shows sowie Hauptversammlungen oder Kongresse. Ergänzung statt Konkurrenz, betont Daniel Hopp: "Der Rosengarten hat eine Kapazität von 4000 Personen. Da fängt es bei uns gerade erst an, rentabel zu werden. Der Hockenheimring ist für Konzerte ab 20 000 Besuchern ausgelegt. Mit der Arena kann Mannheim und die Region dann alles abdecken", sieht Hopp einen echten Bedarf für das "Ufo" im Bösfeld.
Seine Aussagen werden gestützt von Bernd Bloching von der Unternehmensberatung Roland Berger. Er nennt die Region Mannheim ein "unterversorgtes Ballungszentrum", was die Hallen-Situation angeht und zeichnet ein optimistisches Bild für die Arena, ihre Funktion und ihre Auslastung. "Angesichts der unbefriedigenden Hallensituation, dank des Finanzierungskonzept und vor dem Hintergrund einer absehbar guten Auslastung durch Musik- und Sportveranstaltungen sind die Zukunftsaussichten für die Arena sehr positiv."
Das geplante Veranstaltungskonzept bietet ebenfalls Perspektiven. Ab 2005 spielen die Adler dort, vielleicht auch die Erstliga-Handballer der SG Kronau-Östringen, sollten sie die schwere Anfangszeit in der Eliteklasse überstehen. Der USC Heidelberg könnte mittelfristig ebenfalls den Sprung ins Basketball-Oberhaus schaffen - dann kämen die Sport-Fans schon einmal zu einhundert Prozent auf ihre Kosten. Nicht zu vergessen, dass der architektonisch richtungsweisende Bau auch andere Shows und Veranstaltungen in die Region locken wird - das bedeutet Millionen-Umsätze für Hotellerie und Gastronomie und damit eine Wertschöpfung aus den Events im Mannheimer Bösfeld.
Wenn man allerdings in Betracht zieht, dass die Stadt Mannheim in diesem Jahr die Schuldentilgung ausgesetzt und den 15-Prozent Sparschnitt angesetzt hat, um den Haushalt zu sichern - dann könnte man die Investition, die nicht zu hundert Prozent aus Landesmitteln gedeckt werden kann, schon als "verwegen" oder zumindest wagemutig bezeichnen. Schließlich ist eine Besserung der Einnahmesituation der Kommunen nicht abzusehen.
Zuversichtlicher ist da allerdings die Wirtschaft, die den Spatenstich im Dezember 2002 als "Meilenstein in der Geschichte der Stadt" (Eichbaum-Vorstand Eric Schäffer) feierte und nicht nur auf steigende Umsätze, sondern auch auf eine Verbesserung der "weichen Standortfaktoren" für die Unternehmen hofft. Denn nicht nur zur Verfügung stehende Gewerbeflächen sind bei künftigen Firmenansiedlungen wichtig.
Arena kann Lücke schließen, Adler hoffen auf den Neubau
Lange nicht mehr hat ein Sportstätten-Neubau in der Region solch eine erbitterte Kontroverse eröffnet, wie die Mannheim-Arena im Bösfeld. Das 85-Millionen-Euro-Projekt der Adler-Eigner Dietmar und Daniel Hopp, das bis zum Sommer 2005 fertig gestellt werden soll, ist für die Einen eine gigantische Millionenverschwendung - für die Anderen bedeutet es eine gewaltige Chance und ein Imagegewinn für den Großraum Mannheim.
Auf der einen Seite stehen die Hallen-Gegner: Sie kritisieren die Stadt Mannheim, die mit immensen Haushaltsproblemen zu kämpfen hat und dennoch in den nächsten 30 Jahren den zinsfreien Kredit der Hopps zurückzahlt (65 Millionen Euro) und außerdem Grundstücke im Wert von zwölf Millionen Euro zur Verfügung stellt sowie mit Hilfe der MVV einen Stadtbahnanschluss (50 Mio. Euro) und mit Landesunterstützung die Infrastruktur (35,7 Mio. Euro) bereit hält.
Auf der anderen Seite stellt der multifunktionale Hallenbau eine riesige Chance für die Region und Mannheim dar - schließlich bietet die Arena Platz für rund 15 000 Besucher und wird nicht nur den Mannheimer Adlern eine perfekte DEL-Heimat sein (11 000 Sitzplätze, 3600 Stehplätze), sondern auch Platz für andere Top-Ereignisse bieten: Konzerte, TV-Shows sowie Hauptversammlungen oder Kongresse. Ergänzung statt Konkurrenz, betont Daniel Hopp: "Der Rosengarten hat eine Kapazität von 4000 Personen. Da fängt es bei uns gerade erst an, rentabel zu werden. Der Hockenheimring ist für Konzerte ab 20 000 Besuchern ausgelegt. Mit der Arena kann Mannheim und die Region dann alles abdecken", sieht Hopp einen echten Bedarf für das "Ufo" im Bösfeld.
Seine Aussagen werden gestützt von Bernd Bloching von der Unternehmensberatung Roland Berger. Er nennt die Region Mannheim ein "unterversorgtes Ballungszentrum", was die Hallen-Situation angeht und zeichnet ein optimistisches Bild für die Arena, ihre Funktion und ihre Auslastung. "Angesichts der unbefriedigenden Hallensituation, dank des Finanzierungskonzept und vor dem Hintergrund einer absehbar guten Auslastung durch Musik- und Sportveranstaltungen sind die Zukunftsaussichten für die Arena sehr positiv."
Das geplante Veranstaltungskonzept bietet ebenfalls Perspektiven. Ab 2005 spielen die Adler dort, vielleicht auch die Erstliga-Handballer der SG Kronau-Östringen, sollten sie die schwere Anfangszeit in der Eliteklasse überstehen. Der USC Heidelberg könnte mittelfristig ebenfalls den Sprung ins Basketball-Oberhaus schaffen - dann kämen die Sport-Fans schon einmal zu einhundert Prozent auf ihre Kosten. Nicht zu vergessen, dass der architektonisch richtungsweisende Bau auch andere Shows und Veranstaltungen in die Region locken wird - das bedeutet Millionen-Umsätze für Hotellerie und Gastronomie und damit eine Wertschöpfung aus den Events im Mannheimer Bösfeld.
Wenn man allerdings in Betracht zieht, dass die Stadt Mannheim in diesem Jahr die Schuldentilgung ausgesetzt und den 15-Prozent Sparschnitt angesetzt hat, um den Haushalt zu sichern - dann könnte man die Investition, die nicht zu hundert Prozent aus Landesmitteln gedeckt werden kann, schon als "verwegen" oder zumindest wagemutig bezeichnen. Schließlich ist eine Besserung der Einnahmesituation der Kommunen nicht abzusehen.
Zuversichtlicher ist da allerdings die Wirtschaft, die den Spatenstich im Dezember 2002 als "Meilenstein in der Geschichte der Stadt" (Eichbaum-Vorstand Eric Schäffer) feierte und nicht nur auf steigende Umsätze, sondern auch auf eine Verbesserung der "weichen Standortfaktoren" für die Unternehmen hofft. Denn nicht nur zur Verfügung stehende Gewerbeflächen sind bei künftigen Firmenansiedlungen wichtig.