Vollständige Version anzeigen: [Frauen]Frauenprobleme? - ...Gesellschaft - La Lobas Kinder



Lady
22.01.2005, 18:02
Aus dem Thema über das Wolfsfrau-Buch:
[QUOTE][I]Original von Wolfskatze[/I]
[B]Wenn Frauen der Meinung sind, sie sind so in Ordnung wie sie sind, also kein Probs haben, dann gibt es zwei Erklärungen dafür. Entweder es stimmt (was ich heutzutage schon gar nicht mehr glaube), oder sie ignorieren alles, was mit ihnen zu tun hat. Und zweiteres finde ich mehr als nur traurig.
[/B][/QUOTE]

Mal eine vielleicht naive Frage. Ich habe das Buch nicht gelesen. Welche Probleme sollen denn alle Frauen haben? Und warum setzt man Probleme bei Frauen voraus? Also ich bin mir eigentlich keiner Probleme, die jetzt frauentypisch wären, bewußt. Aber vielleicht ignoriere ich sie ja auch.

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[Editiert durch Wolfskatze ein Sonntag, Januar 23, 2005 @ 12:11][/size]
Wolfskatze
23.01.2005, 12:10
Selbstwertgefühl, für sich entscheiden, Schönheitsgefühl und vieles mehr. Denn viele Frauen werden heute eingeredet, dass sie dies und jenes sein müssen um als Frau zu gelten. Zum Beispiel müssen sie eine bestimmte Figur haben, sie müssen Mütter sein, sie müssen verheiratet sein. Das alles sind für mich Probleme, mit denen sich Frau herumschlagen muss, weil dass von ihnen verlangt wird und Frau das alles nicht erfüllen kann.

Ich zum Beispiel möchte nie eigene Kinder haben, ich will nicht heiraten, aber die Gesellschaft sagt mir, um als richtige Frau zu gelten, muss ich diese beide Funktionen erfüllen. Und einige sind dann in ihrem Ego so dermaßen geschädigt (um es mal wirklich so hart zu sagen), dass sie sich in eine lieblose Ehe stürzen und Kinder in die Welt setzen, obwohl sie das eigentlich nicht wollten.

Dazu habe ich mir vor kurzem ein anderes Buch geholt (Gute Mädchen kommen in den Himmel und böse Mädchen überall hin), wo genau solch eine Frau beschrieben wurde. Sie war Leiterin eines Labors und hat dann mit über dreißig entschieden ein Kind zu bekommen. Sie ging dann in den Mutterschaftsurlaub und war dann, als sie endlich wieder arbeiten konnte, so dermaßen aus dem Beruf draußen, dass sie keine neue Anstellung bekam und nun als Laborassistentin arbeiten muss, obwohl sie total überqualifiziert ist. Und nun ist sie deswegen total frustriert. Und da ist sie nicht alleine.

Denn viele Frauen schämen sich ja auch, mal ihren Ehemann um etwas zu bitten. So beschreibt dieses Buch auch, wie eine Frau endlich eine Fortbildung genehmigt bekommen hat und hatte erwartet, dass ihr Mann sie unterstützen würde und er tat es nicht. Und sie schämte sich nun, von ihm das erwartet zu haben.

Einige dieser Verhaltenmuster erkenne ich auch an mir.

Wenn ich mal endlich meine Meinung sage, schäme ich mich gleich danach deswegen und würde am liebsten zurückrennen und mich entschuldigen oder zittere danach noch Stundenlang. Und das ist alles andere als gut und das sehe ich als typisches Frauenproblem.

Und ich kenne noch eine andere Dame die genau das gleiche hat, aber sich dies niemals zugestehen würde, dass es so ist.

Kannst du damit was anfangen?
Lady
23.01.2005, 12:45
Mmh... also solche Probleme hab ich nicht. Ich will auch nicht unbedingt Kinder haben und meine Umgebung hat damit überhaupt kein Problem. Die wenigsten Frauen bekommen doch heute noch Kinder, wenn man sich die Statistiken so anschaut. Und wer heiratet denn heute noch? Viele, die ich kenne, leben einfach so zusammen. Heiraten und Kinderkriegen ist doch heute kein Muß mehr. Und deswegen wird doch keine Frau diskriminiert. Vielmehr wird den Frauen meiner Ansicht nach, dass sie Karriere machen und erfolgreich sein MÜSSEN. Es ist doch heute scheinbar total wichtig, was man beruflich macht.
Klar gibt es viele Frauen, die Probleme mit dem selbstwertgefühl haben. Aber doch sicher nicht alle. Ich habe alles andere als die ideale Figur, aber ich fühle mich sehr wohl in meinem Körper. Und was andere über mich denken, ist mir eigentlich ziemlich egal. Beosnders Leute, die ich nur oberflächlich kenne.
Ich glaube die meisten Probleme machen Frauen sich selber, weil sie meinen, es allen Recht machen zu müssen. Weil sie sich nicht auf sich selbst besinnen und irgendwelchen Frauen aus den Medien, etc nacheifern wollen. Da sollten sich die Frauen wirklich mal ne Scheibe von den Männern abschneiden... die sind alle die Größten und mit sich zufrieden.
Außerdem sollten Frauen mal aufhören sich als armes unterdrücktes Hascherl zu sehen. Wir leben doch heute schon fast in einer Frauendominierten Gesellschaft. Sie können alle Berufe ergreifen, gehen sogar zur Bundeswehr. Frauen die Karriere machen wollen, können das erreichen, wenn sie die Qualifikation dazu haben. Frauen, die Hausfrau und Mutter sein wollen, können auch diesen Weg gehen. Sie können ohne Männer Wohnungen renovieren, Autos reparieren und Kinder großziehen. Sie übernehmen immer mehr ursprünglich reine Männerdomänen. Die Medien lieben die Frauen, während die Männer teilweise zur Witzfigur abgestempelt werden. Frauen können doch mittlerweile machen, was sie wollen. Und wenn sie sich dann immer noch von irgendwelchen Sachen abhängig machen, sind sie "selber Schuld". Also wie gesagt, ich fühle mich nicht im Geringsten in irgendwelche Rollen durch die Gesellschaft gedrückt.
meriel
23.01.2005, 22:11
Ich bin hier Ladys meinung, es gibt wohl viele Frauen die keine Probleme haben...
Es kommt auch immer draufan wo du wohnst, in welcher Umgebung, wie deine Familie, Erziehung, Freunde ist etc
Wolfskatze
23.01.2005, 22:18
Nachdem ich eine Menge in Ute Ehrhardts Buch "Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall" gelesen habe, bin ich schlichtweg anderer Meinung. Denn gerade bin ich an der Stelle, des sogenannten Mona-Lisa-Syndrom. Mit dem beschreibt die Autorin, wie Frauen sich selber klein machen, weil sie es von klein auf mitbekommen haben. Du darfst dies nicht, du darfst das nicht und das geht bis in das Erwachsene Alter hinein.

Wer von euch beide kennt das Wort "eigentlich"?

Wer es kennt und auch regelmäßig anfängt, kann schon an der Mona-Lisa-Mentalität leiden und ich leide aufgrund meiner Erziehung daran.

Und schön wäre es, wenn diese Gesellschaft Frauendominant wäre. Denn dann wäre eine Hundertjahre alte Prophezeiung erfüllt, dass wir eines Tages wieder im Matriarchat leben (und nun werde ich beten, dass ich diese Zeit miterleben werde). Aber solange Frauen noch geschlagen, vergewaltigt oder sonstiges erfahren oder auch nur emotional nieder gemacht werden, kann man eigentlich nicht von einer Frauendominaten Gesellschaft sprechen. Denn dann hätte sie emotional gesehen die gleichen unantastbaren Rechte wie der Mann. Sie dürfte nicht so zerstümmelt werden.

Ich sollte aufhören solche Bücher zu lesen.

Und wenn ihr übrigens der Meinung seit (ich will euch nichts unterstellen, dass es nicht so ist, aber ich kann es ja auch nicht nachprüfen), dass ihr nicht diese sogenannten Frauenprobleme habt, dann sage ich nur eines: Glückwunsch. Ihr seit eine ungewöhnliche Ausnahme.
meriel
23.01.2005, 22:36
Nun ja, wir sind von der Gesellschaft beeinflusst, aber ich zum Beispiel bin im Frauenhaushalt aufgewachsen, ich habe mitgekriegt das ich intelligenter war als die meisten Jungs (und Mädchen) (und das ich das bemerkt habe wurde leider als arroganz verstanden), meine Mutter wollte schon als ich klein war das ich nicht nur mit Puppen sondern auch mit Autos spiele....
Jetzt befreie ich mich gründlich von Mamas Christlichen Ansichten der Sexualität....
von dem her denk ich nicht das es darum geht keine Probleme zu haben, sondern sich nicht beirren zu lassen und seinen Weg zu gehen und sich keine Probleme machen und machen lassen (etwas anderes wichtiges was mir meine Ma beigebracht hat: mach keine Probleme, löse sie)
Wolfskatze
23.01.2005, 22:40
Wie gesagt, es gibt heutzutage Frauen, die haben nicht unbedingt Probs, in meinem Zitat im ersten Beitrag bescheinigt das ja auch, ich habe immerhin gesagt, jede zweite (die echte Durchschnittszahl kenne ich nicht). Aber dir gegenüber stehen Millionen Frauen die nicht das Glück hatten, und ich zähle mich zu ihnen. Also erkranken die Frauen dieser Gesellschaft an irgendetwas und das muss frau heilen. Und ich fange damit an.
Shoshana
25.01.2005, 23:01
Hallo!

Ich denke, daß man besonders dadurch geprägt wird, daß die Frauen durch den Blick durch Männeraugen geprägt werden. Ich z.B. finde es oft schwierig zu beurteilen, wann ich selbst sexy sein will und wann ich mich "für andere Leute anziehe". Wenn man über solche Probleme reflektiert, dann setzt man sich aktiv damit auseinander.

Aber es gibt Frauen, die ständig irgendwelche gesundheitlichen Probs haben oder sich unerfüllt fühlen bzw. sich von ihrem Partner herumkommandieren lassen, aber stets von sich weisen, sie würden irgendwelche Probleme haben.

Ich persönlich denke, daß man sich langsam aus den Vorstellungen der Gesellschaft lösen kann. Obwohl ich überhaupt nicht mädchentypisch erzogen wurde, habe ich trotzdem gemerkt, daß ich mehr vom christlichen Sexualdenken geprägt bin, als mir jemals lieb war. Ich war von Anfang an nicht prüde und mußte mir viele Sachen trotzdem für mich selbst erkämpfen.

Natürlich ist jede Frau individuell und nicht alle haben die gleichen Probleme. Aber ich denke trotzdem, daß jeder Mensch von seiner Kultur beeinflußt wird und es daher niemanden gibt, der absolut problemfrei wäre. Und vieles verdrängt man auch. Was ich euch jetzt nicht unterstellen will. Vielleicht habt ihr euch wirklich damit arrangiert, aber sicherlich habt ihr dann auch einen bestimmten Entwicklungsweg hinter euch.

Shoshana
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