Fabian
08.05.2003, 21:37
TIGER WOODS IN DEUTSCHLAND
Deutsche Bank/SAP-Open 2002:
Auf der Anzeigetafel stand, dass Colin Montgomerie nach 3 Runden einen Schlag besser war als der weltbeste Golfer, Tiger Woods. Also blieben dem Tiger nur noch 18 Löcher um alles umzudrehen. Während sich die beiden Kontrahenten auf die Finalrunde vorbereiteten, waren schon 21 000 Zuschauer auf der Anlage des St. Leon-Rot, südlich von Mannheim. Insgesamt verfolgten 78 000 Zuschauer das Geschehen live, ein neuer Zuschauerrekord im deutschen Golfsport. Die beiden Spitzengolfer gingen sich aus dem Wege, übten auf zwei verschiedenen Übungsgrüns und tauschten auf dem ersten Tee nur kurz Freundlichkeiten aus, würdigten sich aber ansonsten im Verlauf der Runde kaum eines Blickes. Die Deutsche Bank/SAP-Open ist das einzige Turnier in Deutschland, bei dem Tiger Woods und andere Spitzengolfer der Welt mitspielen.
Die Finalrunde beginnt. Colin Montgomerie spielt auf den ersten zwei Spielbahnen einen Birdie und der Tiger hat nun schon 3 Schläge Rückstand. Tiger Woods gibt jedoch die richtige Antwort und spielt auf der 3 einen Eagle, Montgomerie „nur“ einen Birdie. Als dann Monty auf der 4 einen Bogey spielt, weil er im Grünbunker liegt, holt der Tiger auf. Der Weltranglistenerste spielt Par und ist wieder einen Schlag heran. Auf den nächsten 5 Löchern spielen beide Golfgiganten Par. Auf der 10, einem Par 4, zieht Woods mit einem Birdie gleich, nachdem ihm auf der 5 und der 8 Birdieputts ausgelippt sind. Nachdem auf der 12 beide Birdies spielen, liegen sie jetzt beide insgesamt 20 unter Par. Auf der 13, einem Par 3, locht Monty nach einem Dreiputt ein und spielt damit einen Bogey. Tiger Woods aber spielt Par und geht erstmals in Führung. Der 38-jährige Schotte kämpft. Er hat schon 33 Turniere weltweit gewonnen, aber noch nie, wenn der Tiger im Teilnehmerfeld war. Jetzt hat er die Chance und will es allen Kritikern beweisen.
Auf der 15 locht er zum Birdie, sein Gegner Woods spielt Par. Als der Tiger am 18. Loch aus 3 Meter einlochen muss um Gleichstand zu halten, verrät Montys Lächeln eine gewisse Erlösung und Siegeserwartung. Freut er sich zu früh?
Colin Montgomerie, der während des Turniers über Rückenschmerzen klagt, will jetzt alles so schnell wie möglich zu Ende bringen. Aber der scheinbar unbezwingbare Tiger locht den nächsten Putt ohne mit der Wimper zu zucken in Lochmitte ein. Es folgt ein Playoff. Tiger Woods hat bis zu diesem Tag noch keines seiner Playoffs verloren, Monty dagegen 6.
Gestochen wird auf dem 18. Loch, einem 405 m langen Par 4. Nachdem die beiden Golfgiganten zweimal Par gespielt haben, sollte die Entscheidung fallen. Beim ersten Extra-Loch hätte der Tiger beinahe gewonnen, aber seine Nike-Kugel überlegt sich, noch nicht ins Loch zu fallen und lippt zum Birdie aus. Für das nächste Extra-Loch ändert der Tiger seine psychologische Kriegsführung und wählt jetzt die Nick-Faldo-Variante, bleibt vom Tee kürzer, um mit dem 2. Schlag zur Fahne Druck auf den Gegner auszuüben. Die Rechnung geht auf. Montgomerie, dessen Rückenschmerzen schlimmer werden, schlägt den Ball vom Tee mit dem Holz 3 in einen Fairwaybunker und bleibt nur 10 cm von der Bunkerkante entfernt. Nun macht Monty den schlechtesten Schlag des Tages, kommt in Rückenlage, nimmt zuviel Sand, bleibt 30 m zu kurz und sein Callaway-Ball fliegt ins Wasser. Der Tiger spielt ein sicheres Par, Monty einen Doppelbogey. Die Menge jubelt und Tiger Woods gewinnt nach 1999 und 2001 zum dritten Mal die SAP-Open. Zusätzlich bekommt er 450.000 € Siegprämie. Der 26-jährige junge Mann aus Florida, der in seiner 6-jährigen Profikarriere schon mehr als 43 Titel geholt hat, ist ein sportliches Phänomen. Er ist für seine Gegner ein Rätsel und beeindruckt die Zuschauer auf der ganzen Welt mit seinem großartigen Können.
Nach dem Turnier sagt Woods, dass es ein großartiges Duell mit Colin gewesen sei und dass er gerne nach Deutschland wiederkommen würde. Kein Wunder, denn der Tiger liebt die deutschen Autobahnen, auf denen er in seinen freien Stunden mit einem geliehenen Maserati auch Geschwindigkeitsrekorde holt.
Auch der Zweitplazierte, Colin Montgomerie äußerte sich positiv und sagte, dass auch er gerne wiederkommen würde. Zunächst hätte er wegen seiner Rückenprobleme die Finalrunde nicht antreten wollen. Eine 69-er Runde sei aber der Beweis, dass es richtig gewesen sei, zu spielen.
Der beste Deutsche war an diesen Tagen Alexander Cejka, der an den ersten beiden Tagen führte, dann aber auf einen guten 16. Rang zurück fiel. Bernhard Langer, dem deutschen Golfidol, blieb nur ein enttäuschender 60. Platz.
Ausblick auf das Turnier 2003:
Der eine gehört seit langem zu den Besten seines Sportes, der andere dominiert in den letzten Jahren und gilt als Superstar der Branche. Der Weltranglistenzweite, Ernie Els, trifft in diesem Jahr bei der Deutsche Bank/SAP-Open auf Tiger Woods. Das Event vom 15. – 18. Mai 2003 ist das Highlight im Golfsport in Deutschland in diesem Jahr. Es musste viel Überzeugungsarbeit verrichtet werden, um Tiger Woods auch dieses Jahr nach Deutschland zu holen, denn in der gleichen Woche findet in den USA ein hochrangiges PGA-Turnier statt.
Wer wird dieses Jahr gewinnen? Wer wird die 450.000 € Siegprämie mit nach Hause nehmen? Neben Woods und Els sind weitere Weltstars am kleinen weißen Ball. Eines ist gewiss: Das Hamburger TOP-Turnier verspricht Golfgenuss pur.
Vergleich der beiden besten Spieler der Welt:
[TAB]Ernie Els[TAB]Tiger Woods
Geboren:[TAB]am 17.10.1969 in Johannesburg (SAF)[TAB]am 30.12.1975 in Cypress (USA)
Familie:[TAB]verheiratet: 2 Kinder[TAB]ledig (feste Lebensgefährtin)
Profi:[TAB]seit 1989[TAB]seit 1996
Turniersiege:[TAB]50 (3 Major-Triumphe)[TAB]50 (8 Major-Triumphe)
Weltrangliste:[TAB]Platz 2[TAB]Platz 1
Drive-Länge in 2003:[TAB]319,6 Yards (ca. 292,2 m)[TAB]299,3 Yards (ca. 273,7 m)
Greens in Regulation:[TAB]84,7%[TAB]70,1%
Putts pro Loch:[TAB]1,648[TAB]1,703
Internet:[TAB]www.ernieels.com[TAB]www.tigerwoods.com
Entstehung des Golfsports:
Was zeichnet diesen von vielen Sponsoren unterstützten Sport aus? Um die Bedeutung des Golfsports zu verstehen, muss man in die umstrittene Geschichte zurückblicken:
Wo und wann genau Golf erfunden wurde weiß keiner ganz genau. Einige Historiker nehmen an, dass Golf in den Niederlanden entstanden ist. Das niederländische Wort „Kolf“ bedeutet Schläger. Aber schon im Altertum (siehe unten) wurde in Rom ein Spiel mit einem gebogenem Stock und einem Ball aus Federn gespielt. Dies könnte auch der Ursprung sein.
Oder liegt weitgehend in Schottland, wie lange Zeit angenommen wurde, doch die Wiege des Golfs. Inzwischen ist ziemlich klar, dass im 14. bzw. 15. Jahrhundert wohl in Schottland zum ersten Mal Golf gespielt wurde. Im Jahre 1457 verbot das schottische Parlament das Spielen von Golf und Fußball, damit sich die Bürger wieder militärischen Übungen widmeten. Dies wurde vom schottischen Volk jedoch ignoriert.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts spielte auch Jakob IV., König von Schottland, Golf. Seine Enkelin brachte das Spiel dann nach Frankreich. Die jungen Männer, die auf dem Golfplatz dienten, nannte man „Cadets“ (Schüler). Dieser Begriff wurde in England und Schottland als „Caddy“ oder „Caddie“ übernommen. Früher war das Spiel ohne Caddies undenkbar, heute werden die Taschenträger durch Golfcarts oder Buggys abgelöst.
Die ersten Golfclubs bzw. Golfverbände wurden im 18. Jahrhundert gegründet. Darunter waren die „Honorable Company of Edinburgh Golfers“ (1744), die “St. Andrews Society of Golfers” (1754) und die “Royal Blackheath” (1766). In den USA gibt es heute über 12.400 Golfplätze.
In den USA und Großbritannien war das Spiel in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts äußerst beliebt und seine Popularität hat durch Fernsehübertragungen großer Turniere zugenommen. In den USA spielen heute ca. 20 Millionen Menschen jährlich im Durchschnitt einmal auf den 12.400 Plätzen. Golf ist aber auch in Kanada, Südafrika und Australien sehr beliebt.
In Deutschland entwickelte sich der Golfsport in den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts vom Elitesport zunehmend zu einem Massensport. Dieser Boom wurde ausgelöst durch die Erfolge des deutschen Weltklassegolfers, Bernhard Langer.
Golfgeschichte in Stichpunkten:
[TAB][TAB]
[TAB]
Die ersten "Stock- und Ball-Spiele" mit dokumentierten Spielregeln gehen auf das erste Jahrtausend vor Christus zurück.
Golf wurde als "kolven" erstmals 1297 in Holland erwähnt. Golfplätze in Holland: Loenen van de Velde 1297Brielle 1387Haarlem 1390Dordrecht 1404Naarden 1456
Erste urkundliche Erwähnung des Golfspiels durch König James in Schottland 1457. Erster Golfclub in England, Black Heath GC 1608.
Der (erste Ball) Featherie wird eingeführt 1618.
Gründung der "Society of St.Andrews Golfers" heute R&A war 1754.
Namensänderung von "Society of St.Andrews Golfers" zu "Royal & Ancient GC of St.Andrews" war 1834.
Der Guttapercha Golfball kommt auf den Markt und verdrängt den Featherie Ball 1884.
Festlegung einer Golfrunde auf 18 Loch 1858.
Erste British Open in Prestwick über 3 x 12 Loch 1860.
Erster Golfbetrieb im Kurpark von Bad Homburg 1889.
Der Golfplatz in Bad Homburg wird gebaut 1891.
Der Lochdurchmesser wird auf 4 ¼ " festgelegt 1891.
Gründung der US Golf Association (Amateur Golf Verband) 1894.
Die ersten deutschen Golfclubs werden gegründet, Berlin-Westend und Bremen zur Vahr 1895.
Erste US Open in Newport, Gewinner Horace Rowlins über 36 Löcher 1895.
Gründung des Golfclubs Bad Homburg 1899.
Golf ist erstmalig Olympisch 1900.
Bei den Damen und Herren gewannen Amerikaner. Einführung des Golfballes mit festem Kern und gewickeltem Gummiband, der "Haskell" 1903.
German Open in Baden Baden, Gewinner Harry Vardon, Score 279 1911.
Der Golfball mit Kompression wird eingeführt 1912.
Gründung der US Professional Golfers Association 1916.
Erste US PGA Championship, Sieger James M. Marnes in Siwanoy Lochs 1916. Erfindung des Tees durch Dr. Wilhelm Lowell 1920.
Vereinheitlichung der Ballgröße und des Gewichtes, 1.62 oz und 1.62 inches 1921.
Der Stahlschaft wird von der USGA genehmigt 1926.
Die USA gewinnen den ersten offiziellen Ryder Cup in Worcester, Massachusetts 1927.
Der DGLV wird erstmals gegründet 1927.
Bobby Jones gewinnt den "alten" Grand Slam 1930.
British Open, US Open, US Amateur und British Amateur Festlegung der Ballgröße und des Gewichtes, 1.55 oz und 1,68 inches 1931.
Gordon Stableford erfindet die Stableford Wertung 1932.
Erste US Masters, Gewinner Horton Smith (Score 284), 1934.
Der Royal & Ancient Golf Club legt das Maximum von 14 Schlägern fest 1937.
Byron Nelson gewinnt 18 Turniere, elf in Reihenfoge 1945. Wieder- bzw. Neugründung des Deutschen Golflehrer Verbandes e.V. und des Deutschen Golf Verbandes e.V. 1947.
Royal & Ancient GC und US Golf Association einigen sich auf Golfregeln 1951.
Der erste extra-terrestrische Golfschlag - Im Februar 1971 spielte Alan Shepard - Kommandeur der Apollo 14 - 2 Bälle mit einem eigens angefertigten Eisen auf der Oberfläche des Mondes. Der erste Schlag soll nach eigenen Angaben, obwohl mit nur einer Hand geschlagen, begünstigt durch die niedrige Schwerkraft beinahe 200 yards weit geflogen sein.
Lee Trevino gewinnt die: British Open, US Open und Canadian Open 1971.
Der 1.68 inches Ball wird erstmals bei den British Open für Professionales obligatorisch 1974 .
Die Tournament Players Dinision der Britsh PGA wird gegründet 1975.
Erster Deutscher gewinnt die German Open, Bernhard Langer in Hamburg 1981.
Bernhard Langer, 1. Order of Merit der PGA European Tour 1981.
Bernhard Langer, 1. Order of Merit der PGA European Tour 1984.
Bernhard Langer gewinnt die US Masters 1985. Einführung des Congus Vorgabesystem in Deutschland 1986.
Bei der Lancome Trophy gibt es nach Turnierabbruch wegen Dunkelheit zwei Sieger, Bernhard Langer und Severiano Ballesteros 1986.
Das europäische Ryder Cup Team gewinnt erstmals in den USA 1987.
Weltweite offizielle Vereinheitlichung der Ballgröße, 42.67 mm und Gewicht 45,93 Gramm, Abfluggeschwindigkeit 76,27 m/sec. 1990.
Bernhard Langer und Torsten Giedeon gewinnen den World Cup in Orlando, Florida 1990.
Der teuerste Schläger der Welt, ein Eisenschläger aus dem 17. Jahrhundert, der in einer Hecke in der Nähe des North Berwick Golf Clubs gefunden worden war, wurde in einer Auktion bei Christie's 1991 von einem amerikanischen Händler zu einem Preis von rund 107.000,00DM erworben.
Deutsche Bank/SAP-Open 2002:
Auf der Anzeigetafel stand, dass Colin Montgomerie nach 3 Runden einen Schlag besser war als der weltbeste Golfer, Tiger Woods. Also blieben dem Tiger nur noch 18 Löcher um alles umzudrehen. Während sich die beiden Kontrahenten auf die Finalrunde vorbereiteten, waren schon 21 000 Zuschauer auf der Anlage des St. Leon-Rot, südlich von Mannheim. Insgesamt verfolgten 78 000 Zuschauer das Geschehen live, ein neuer Zuschauerrekord im deutschen Golfsport. Die beiden Spitzengolfer gingen sich aus dem Wege, übten auf zwei verschiedenen Übungsgrüns und tauschten auf dem ersten Tee nur kurz Freundlichkeiten aus, würdigten sich aber ansonsten im Verlauf der Runde kaum eines Blickes. Die Deutsche Bank/SAP-Open ist das einzige Turnier in Deutschland, bei dem Tiger Woods und andere Spitzengolfer der Welt mitspielen.
Die Finalrunde beginnt. Colin Montgomerie spielt auf den ersten zwei Spielbahnen einen Birdie und der Tiger hat nun schon 3 Schläge Rückstand. Tiger Woods gibt jedoch die richtige Antwort und spielt auf der 3 einen Eagle, Montgomerie „nur“ einen Birdie. Als dann Monty auf der 4 einen Bogey spielt, weil er im Grünbunker liegt, holt der Tiger auf. Der Weltranglistenerste spielt Par und ist wieder einen Schlag heran. Auf den nächsten 5 Löchern spielen beide Golfgiganten Par. Auf der 10, einem Par 4, zieht Woods mit einem Birdie gleich, nachdem ihm auf der 5 und der 8 Birdieputts ausgelippt sind. Nachdem auf der 12 beide Birdies spielen, liegen sie jetzt beide insgesamt 20 unter Par. Auf der 13, einem Par 3, locht Monty nach einem Dreiputt ein und spielt damit einen Bogey. Tiger Woods aber spielt Par und geht erstmals in Führung. Der 38-jährige Schotte kämpft. Er hat schon 33 Turniere weltweit gewonnen, aber noch nie, wenn der Tiger im Teilnehmerfeld war. Jetzt hat er die Chance und will es allen Kritikern beweisen.
Auf der 15 locht er zum Birdie, sein Gegner Woods spielt Par. Als der Tiger am 18. Loch aus 3 Meter einlochen muss um Gleichstand zu halten, verrät Montys Lächeln eine gewisse Erlösung und Siegeserwartung. Freut er sich zu früh?
Colin Montgomerie, der während des Turniers über Rückenschmerzen klagt, will jetzt alles so schnell wie möglich zu Ende bringen. Aber der scheinbar unbezwingbare Tiger locht den nächsten Putt ohne mit der Wimper zu zucken in Lochmitte ein. Es folgt ein Playoff. Tiger Woods hat bis zu diesem Tag noch keines seiner Playoffs verloren, Monty dagegen 6.
Gestochen wird auf dem 18. Loch, einem 405 m langen Par 4. Nachdem die beiden Golfgiganten zweimal Par gespielt haben, sollte die Entscheidung fallen. Beim ersten Extra-Loch hätte der Tiger beinahe gewonnen, aber seine Nike-Kugel überlegt sich, noch nicht ins Loch zu fallen und lippt zum Birdie aus. Für das nächste Extra-Loch ändert der Tiger seine psychologische Kriegsführung und wählt jetzt die Nick-Faldo-Variante, bleibt vom Tee kürzer, um mit dem 2. Schlag zur Fahne Druck auf den Gegner auszuüben. Die Rechnung geht auf. Montgomerie, dessen Rückenschmerzen schlimmer werden, schlägt den Ball vom Tee mit dem Holz 3 in einen Fairwaybunker und bleibt nur 10 cm von der Bunkerkante entfernt. Nun macht Monty den schlechtesten Schlag des Tages, kommt in Rückenlage, nimmt zuviel Sand, bleibt 30 m zu kurz und sein Callaway-Ball fliegt ins Wasser. Der Tiger spielt ein sicheres Par, Monty einen Doppelbogey. Die Menge jubelt und Tiger Woods gewinnt nach 1999 und 2001 zum dritten Mal die SAP-Open. Zusätzlich bekommt er 450.000 € Siegprämie. Der 26-jährige junge Mann aus Florida, der in seiner 6-jährigen Profikarriere schon mehr als 43 Titel geholt hat, ist ein sportliches Phänomen. Er ist für seine Gegner ein Rätsel und beeindruckt die Zuschauer auf der ganzen Welt mit seinem großartigen Können.
Nach dem Turnier sagt Woods, dass es ein großartiges Duell mit Colin gewesen sei und dass er gerne nach Deutschland wiederkommen würde. Kein Wunder, denn der Tiger liebt die deutschen Autobahnen, auf denen er in seinen freien Stunden mit einem geliehenen Maserati auch Geschwindigkeitsrekorde holt.
Auch der Zweitplazierte, Colin Montgomerie äußerte sich positiv und sagte, dass auch er gerne wiederkommen würde. Zunächst hätte er wegen seiner Rückenprobleme die Finalrunde nicht antreten wollen. Eine 69-er Runde sei aber der Beweis, dass es richtig gewesen sei, zu spielen.
Der beste Deutsche war an diesen Tagen Alexander Cejka, der an den ersten beiden Tagen führte, dann aber auf einen guten 16. Rang zurück fiel. Bernhard Langer, dem deutschen Golfidol, blieb nur ein enttäuschender 60. Platz.
Ausblick auf das Turnier 2003:
Der eine gehört seit langem zu den Besten seines Sportes, der andere dominiert in den letzten Jahren und gilt als Superstar der Branche. Der Weltranglistenzweite, Ernie Els, trifft in diesem Jahr bei der Deutsche Bank/SAP-Open auf Tiger Woods. Das Event vom 15. – 18. Mai 2003 ist das Highlight im Golfsport in Deutschland in diesem Jahr. Es musste viel Überzeugungsarbeit verrichtet werden, um Tiger Woods auch dieses Jahr nach Deutschland zu holen, denn in der gleichen Woche findet in den USA ein hochrangiges PGA-Turnier statt.
Wer wird dieses Jahr gewinnen? Wer wird die 450.000 € Siegprämie mit nach Hause nehmen? Neben Woods und Els sind weitere Weltstars am kleinen weißen Ball. Eines ist gewiss: Das Hamburger TOP-Turnier verspricht Golfgenuss pur.
Vergleich der beiden besten Spieler der Welt:
[TAB]Ernie Els[TAB]Tiger Woods
Geboren:[TAB]am 17.10.1969 in Johannesburg (SAF)[TAB]am 30.12.1975 in Cypress (USA)
Familie:[TAB]verheiratet: 2 Kinder[TAB]ledig (feste Lebensgefährtin)
Profi:[TAB]seit 1989[TAB]seit 1996
Turniersiege:[TAB]50 (3 Major-Triumphe)[TAB]50 (8 Major-Triumphe)
Weltrangliste:[TAB]Platz 2[TAB]Platz 1
Drive-Länge in 2003:[TAB]319,6 Yards (ca. 292,2 m)[TAB]299,3 Yards (ca. 273,7 m)
Greens in Regulation:[TAB]84,7%[TAB]70,1%
Putts pro Loch:[TAB]1,648[TAB]1,703
Internet:[TAB]www.ernieels.com[TAB]www.tigerwoods.com
Entstehung des Golfsports:
Was zeichnet diesen von vielen Sponsoren unterstützten Sport aus? Um die Bedeutung des Golfsports zu verstehen, muss man in die umstrittene Geschichte zurückblicken:
Wo und wann genau Golf erfunden wurde weiß keiner ganz genau. Einige Historiker nehmen an, dass Golf in den Niederlanden entstanden ist. Das niederländische Wort „Kolf“ bedeutet Schläger. Aber schon im Altertum (siehe unten) wurde in Rom ein Spiel mit einem gebogenem Stock und einem Ball aus Federn gespielt. Dies könnte auch der Ursprung sein.
Oder liegt weitgehend in Schottland, wie lange Zeit angenommen wurde, doch die Wiege des Golfs. Inzwischen ist ziemlich klar, dass im 14. bzw. 15. Jahrhundert wohl in Schottland zum ersten Mal Golf gespielt wurde. Im Jahre 1457 verbot das schottische Parlament das Spielen von Golf und Fußball, damit sich die Bürger wieder militärischen Übungen widmeten. Dies wurde vom schottischen Volk jedoch ignoriert.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts spielte auch Jakob IV., König von Schottland, Golf. Seine Enkelin brachte das Spiel dann nach Frankreich. Die jungen Männer, die auf dem Golfplatz dienten, nannte man „Cadets“ (Schüler). Dieser Begriff wurde in England und Schottland als „Caddy“ oder „Caddie“ übernommen. Früher war das Spiel ohne Caddies undenkbar, heute werden die Taschenträger durch Golfcarts oder Buggys abgelöst.
Die ersten Golfclubs bzw. Golfverbände wurden im 18. Jahrhundert gegründet. Darunter waren die „Honorable Company of Edinburgh Golfers“ (1744), die “St. Andrews Society of Golfers” (1754) und die “Royal Blackheath” (1766). In den USA gibt es heute über 12.400 Golfplätze.
In den USA und Großbritannien war das Spiel in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts äußerst beliebt und seine Popularität hat durch Fernsehübertragungen großer Turniere zugenommen. In den USA spielen heute ca. 20 Millionen Menschen jährlich im Durchschnitt einmal auf den 12.400 Plätzen. Golf ist aber auch in Kanada, Südafrika und Australien sehr beliebt.
In Deutschland entwickelte sich der Golfsport in den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts vom Elitesport zunehmend zu einem Massensport. Dieser Boom wurde ausgelöst durch die Erfolge des deutschen Weltklassegolfers, Bernhard Langer.
Golfgeschichte in Stichpunkten:
[TAB][TAB]
[TAB]
Die ersten "Stock- und Ball-Spiele" mit dokumentierten Spielregeln gehen auf das erste Jahrtausend vor Christus zurück.
Golf wurde als "kolven" erstmals 1297 in Holland erwähnt. Golfplätze in Holland: Loenen van de Velde 1297Brielle 1387Haarlem 1390Dordrecht 1404Naarden 1456
Erste urkundliche Erwähnung des Golfspiels durch König James in Schottland 1457. Erster Golfclub in England, Black Heath GC 1608.
Der (erste Ball) Featherie wird eingeführt 1618.
Gründung der "Society of St.Andrews Golfers" heute R&A war 1754.
Namensänderung von "Society of St.Andrews Golfers" zu "Royal & Ancient GC of St.Andrews" war 1834.
Der Guttapercha Golfball kommt auf den Markt und verdrängt den Featherie Ball 1884.
Festlegung einer Golfrunde auf 18 Loch 1858.
Erste British Open in Prestwick über 3 x 12 Loch 1860.
Erster Golfbetrieb im Kurpark von Bad Homburg 1889.
Der Golfplatz in Bad Homburg wird gebaut 1891.
Der Lochdurchmesser wird auf 4 ¼ " festgelegt 1891.
Gründung der US Golf Association (Amateur Golf Verband) 1894.
Die ersten deutschen Golfclubs werden gegründet, Berlin-Westend und Bremen zur Vahr 1895.
Erste US Open in Newport, Gewinner Horace Rowlins über 36 Löcher 1895.
Gründung des Golfclubs Bad Homburg 1899.
Golf ist erstmalig Olympisch 1900.
Bei den Damen und Herren gewannen Amerikaner. Einführung des Golfballes mit festem Kern und gewickeltem Gummiband, der "Haskell" 1903.
German Open in Baden Baden, Gewinner Harry Vardon, Score 279 1911.
Der Golfball mit Kompression wird eingeführt 1912.
Gründung der US Professional Golfers Association 1916.
Erste US PGA Championship, Sieger James M. Marnes in Siwanoy Lochs 1916. Erfindung des Tees durch Dr. Wilhelm Lowell 1920.
Vereinheitlichung der Ballgröße und des Gewichtes, 1.62 oz und 1.62 inches 1921.
Der Stahlschaft wird von der USGA genehmigt 1926.
Die USA gewinnen den ersten offiziellen Ryder Cup in Worcester, Massachusetts 1927.
Der DGLV wird erstmals gegründet 1927.
Bobby Jones gewinnt den "alten" Grand Slam 1930.
British Open, US Open, US Amateur und British Amateur Festlegung der Ballgröße und des Gewichtes, 1.55 oz und 1,68 inches 1931.
Gordon Stableford erfindet die Stableford Wertung 1932.
Erste US Masters, Gewinner Horton Smith (Score 284), 1934.
Der Royal & Ancient Golf Club legt das Maximum von 14 Schlägern fest 1937.
Byron Nelson gewinnt 18 Turniere, elf in Reihenfoge 1945. Wieder- bzw. Neugründung des Deutschen Golflehrer Verbandes e.V. und des Deutschen Golf Verbandes e.V. 1947.
Royal & Ancient GC und US Golf Association einigen sich auf Golfregeln 1951.
Der erste extra-terrestrische Golfschlag - Im Februar 1971 spielte Alan Shepard - Kommandeur der Apollo 14 - 2 Bälle mit einem eigens angefertigten Eisen auf der Oberfläche des Mondes. Der erste Schlag soll nach eigenen Angaben, obwohl mit nur einer Hand geschlagen, begünstigt durch die niedrige Schwerkraft beinahe 200 yards weit geflogen sein.
Lee Trevino gewinnt die: British Open, US Open und Canadian Open 1971.
Der 1.68 inches Ball wird erstmals bei den British Open für Professionales obligatorisch 1974 .
Die Tournament Players Dinision der Britsh PGA wird gegründet 1975.
Erster Deutscher gewinnt die German Open, Bernhard Langer in Hamburg 1981.
Bernhard Langer, 1. Order of Merit der PGA European Tour 1981.
Bernhard Langer, 1. Order of Merit der PGA European Tour 1984.
Bernhard Langer gewinnt die US Masters 1985. Einführung des Congus Vorgabesystem in Deutschland 1986.
Bei der Lancome Trophy gibt es nach Turnierabbruch wegen Dunkelheit zwei Sieger, Bernhard Langer und Severiano Ballesteros 1986.
Das europäische Ryder Cup Team gewinnt erstmals in den USA 1987.
Weltweite offizielle Vereinheitlichung der Ballgröße, 42.67 mm und Gewicht 45,93 Gramm, Abfluggeschwindigkeit 76,27 m/sec. 1990.
Bernhard Langer und Torsten Giedeon gewinnen den World Cup in Orlando, Florida 1990.
Der teuerste Schläger der Welt, ein Eisenschläger aus dem 17. Jahrhundert, der in einer Hecke in der Nähe des North Berwick Golf Clubs gefunden worden war, wurde in einer Auktion bei Christie's 1991 von einem amerikanischen Händler zu einem Preis von rund 107.000,00DM erworben.