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Fabian
19.05.2003, 11:38
Historischer Sieg der männlichen Jugend B überstrahlte alles
„Es war schlichtweg ein Genuss“. Von Karfreitag bis Ostermontag erlebte die deutsche Hockeyszene Nachwuchshockey der europäischen Spitzenklasse auf dem weiträumigen Sportgelände des Berliner Sport Clubs.
Bei novemberlichen Temperaturen fror man zwar am Spielfeldrand, aber was die deutschen 14-15jährigen auf dem Spielfeld zeigten, ließ einem das Herz warm werden. Da wurde gedribbelt, geschlagen, geschlenzt und getrickst, dass es eine Freude war. Mit 20:4 Toren nach Siegen gegen England (4:2), Spanien (6:1) und Holland (10:1) zog Deutschland als Favorit in das Endspiel ein. Geradezu beflügelt wurde die Mannschaft dabei durch den historisch zu bezeichnenden 10:1 Kantersieg über den Erzrivalen Holland.
Hatte man sich in den Vorrundenspielen noch mit heißem Kaffee gegen die Kälte geholfen, musste man sich am Finaltag vor Sonnenbrand und Sonnenstich schützen. Vor dem Spiel gegen England ertönte die Nationalhymne und man sah vielen jungen Spielern an, wie sehr sie ergriffen waren.
„Klar war ich nervös“, sagte Martin Häner vom BSC, mit dem jetzt wieder ein Berliner zum Kader gehört, „schließlich war das mein erstes Spiel für die Jugendnationalmannschaft.“ Doch der aufgeregte Debütant schlug sich hervorragend und hielt wie seine zehn Mitspieler dem andauernden englischen Druck stand.
„Das war knapp“. Die zum Finaltag in Fülle gekommenen Zuschauer gingen in allen aufregenden Szenen mit. „Wir haben uns nach den hohen Siegen in den Vorrundenspielen zu sicher gefühlt“, erklärte der sichtlich erleichterte Trainer nach dem Spiel, das an Dramatik wohl kaum zu überbieten war. Jeder Fehlpass ließ den mitfiebernden Trainer Andreas Höppner von der Bank springen, als zwei Minuten vor Schluss das von allen langersehnte Tor für die Deutschen durch Tobias Lietz fiel.
„Mit dem Turnierverlauf bin ich absolut zufrieden“. Wie viele andere hatte auch Trainer Höppner einen wohl unübertrefflichen Einstand.
Die deutsche U18- Auswahl durfte sich bei den Engländern dafür bedanken, nach drei Jahren wieder einmal im Finale des 4-Nationen-Turniers zu stehen. Denn trotz eines hart erkämpften 3:2- Auftaktsieges über England, einer unglücklichen 2:3- Niederlage gegen Spanien und einem kämpferisch starken 3:3 gegen die favorisierten Holländer hätte Spanien im letzten Spiel am dritten Wettkampftag den Deutschen die Finalteilnahme noch wegschnappen können. Aber über ein 1:1 gegen die beherzten Engländer, die bis dahin noch keinen Punkt geholt hatten, kamen die Iberer nicht hinaus. Damit schossen sie im Fernduell mit den Deutschen ein Tor zu wenig.
„Have you got tea?“ Auch wenn nicht alle ihre Wünsche erfüllt bekamen, wurde man mit Kuchen, Sandwiches, Süßigkeiten, Kaffee und anderen Getränken ausreichend versorgt. Neben den verlockend duftenden Essenspavillions gab es für den Hockeyfan noch einen Stand, an dem man Schienbeinschoner, Mundschutz, Bälle, Kleidung und natürlich Schläger kaufen konnte. Das Clubhaus vom BSC bot allen, denen ein „Snack“ zwischendurch nicht reichte, die Möglichtkeit etwas ausgiebiger zu essen.
Man muss den ausrichtenden Verein BSC wirklich loben. Selbst eine englische Flagge wurde aufgetrieben, obwohl nicht einmal die Britische Botschaft über sie verfügte. Auch allen spontanen Ereignissen waren die Organisatoren stets gewachsen. Das zusammengestellte Ärzteteam hatte alle Hände voll zu tun mit den im Spiel verletzten Sportlern.
„Jeder hat alles gegeben“, sagte U18-Trainer Torsten Althoff und bestimmt meinte er damit nicht nur die Hauptakteure auf dem Spielfeld.
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