Vollständige Version anzeigen: Fallen und Abrollen - Torwart - Fußball-Training



Supercoach
05.04.2003, 21:15
Flach in die Torecken geschossene Bälle halte ich, indem ich mich zur Seite fallen lasse und dabei seitlich abrolle. So kann ich einen flachen Ball am schnellsten erreichen. Um richtig und schnell reagieren zu können, beobachte ich aus der Grundstellung heraus konzentriert das Spielgeschehen. Ganz wichtig ist beim Fallen und seitlichen Abrollen, dass ich einen Auftaktschritt seitlich auf den Ball zumache, meinen Oberkörper hinter den Ball bringe und mich beim Fallen nicht auf den Rücken drehe.

So kannst du das Fallen und Abrollen üben

1. Lege einen Ball in Körperlänge seitlich neben dich. Versuche, aus dem Sitz über die Hüfte, Körperseite und die Schulter zum Ball hin abzurollen und diesen mit den Händen zu greifen. Später starte diese Übung aus dem Kniestand, dann aus der Hocke und schließlich aus dem Stand. Übe das Fallen und seitliche Abrollen zu beiden Seiten.

2. Übe nun mit einem Partner. Starte wieder aus der Sitzposition. Dein Partner rollt dir den Ball im Abstand einer Körperlänge seitlich zu. Versuche, aus dem Sitz über die Hüfte, Körperseite und die Schulter zum Ball hin abzurollen und den Ball zu halten. Später starte diese Übung aus dem Kniestand, dann aus der Hocke und schließlich aus dem Stand. Dein Partner soll den Ball abwechselnd zu beiden Seiten zurollen.

3. Nun mache einen Wettkampf mit einem Partner. Markiert zwei Tore (Breite: 3 bis 5 Meter) in einem Abstand von 5 Metern gegenüber. Abwechselnd schießt ihr den Ball flach auf eine Torecke. Euer Partner soll den platziert geschossenen flachen Ball aus dem Sitz, dem Kniestand, der Hocke oder aus dem Stand im Fallen und seitlichen Abrollen halten. Wer hat nach 20 Schüssen die wenigsten Tore kassiert?

Fallen und Abrollen Spiele werden im Kopf gewonnen!

Dies gilt vor allem für den Torhüter, der auch seine Technik im Kopf lernen und verbessern kann. Stelle dir das Fallen und seitliche Abrollen genau in Gedanken vor und behalte dazu die folgenden Merksätze.

1. Grundstellung
- Spiel und Ball sehen

2. Seitlicher Auftaktschritt zum Ball
- Abrollen über Hüfte, Körperseite und Schulter

3. Körper und Hände hinter Ball
- Abrollen

Fallen und seitliches Abrollen

Ausgangspunkt jeder Torwartaktion ist die Grundstellung:

1. Füße stehen hüftbreit
2. Körpergewicht auf den Fußballen
3. Knie und Hüfte sind gebeugt, der Oberkörper leicht nach vorne geneigt
4. Oberarme hängen nach unten und die Ellbogen sind gebeugt
5. Hände sind geöffnet, wobei die Handflächen nach innen zeigen
6. Kopf ist angehoben und der Blick ist zum Ball/zum Spiel gerichtet
7. Die Beine sind mit kleinen Schritten ständig in Bewegung, um aktionsbereit zu sein

Für das Fangen des Balles gilt grundsätzlich:

a) Der Körper sowie die Hände müssen hinter dem Ball sein, so dass der Ball nicht ins Tor durchrutschen kann.
b) Die Fingerspitzen berühren den Ball zuerst und die Arme geben dem Ball nach, um den Schwung aus dem Ball zu nehmen und ein Abprallen nach vorne zu verhindern.
c) Der Ball soll nach dem Fangen am Körper gesichert werden, um für den Gegner nicht mehr spielbar zu sein.

Methodik

Lernen
Das Fallen und Abrollen wird zunächst mit einem ruhenden Ball erlernt:
a) Langsitz, ruhender Ball: Aus dem Langsitz fällt der Torhüter zu einem seitlich neben ihm liegenden Ball und rollt ab.
b) Kniestand, ruhender Ball: Aus dem Kniestand fällt der Torhüter zu einem seitlich neben ihm liegenden Ball und rollt ab.
c) Hocke, ruhender Ball: Aus der Hocke fällt der Torhüter zu einem seitlich neben ihm liegenden Ball und rollt ab.
d) Stand, ruhender Ball: Aus dem Stand fällt der Torhüter nach einem Auftaktschritt zu einem seitlich neben ihm liegenden Ball und rollt ab.

Üben
Das erlernte Fallen und Abrollen wird nun mit zugerollten Bällen gefestigt:
a) Langsitz, zugerollter Ball: Aus dem Langsitz fällt der Torhüter zu einem flach seitlich zugerollten Ball und rollt ab.
b) Kniestand, zugerollter Ball: Aus dem Kniestand fällt der Torhüter zu einem flach seitlich zugerollten Ball und rollt ab.
c) Hocke, zugerollter Ball: Aus der Hocke fällt der Torhüter zu einem flach seitlich zugerollten Ball und rollt ab.
d) Stand, zugerollter Ball: Aus dem Stand fällt der Torhüter nach einem Auftaktschritt zu einem seitlich zugerollten Ball und rollt ab.

Trainieren/Anwenden

Das Fallen und Abrollen wird nun angewandt:
a) Fallen und Abrollen aus dem Langsitz, dem Kniestand, der Hocke und dem Stand zu flach seitlich zugespielten Bällen.
b) Fallen und Abrollen aus dem Stand nach einem Auftaktschritt zu frei platziert geschossenen flachen Schüssen (z.B. Halten von flach geschossenen Elfmetern).
c) Torhüter-Wettkampf auf 2 Tore im Abstand von 10-15 Metern gegenüber: Fallen und seitliches Abrollen der Torhüter im Wettkampf zu abwechselnd flach seitlich geschossenen Bällen.

Fehlerkorrektur

Folgende Fehler können beim Fallen und Abrollen zu flach seitlich geschossenen Bällen auftreten:

1) Der Torhüter erreicht den platziert geschossenen Ball nicht: Der Torhüter fällt über das gestreckte Bein zur Seite um. Der Torhüter soll einen Auftaktschritt zur Seite machen und über das gebeugte Bein zur Seite fallen.

2) Der Torhüter lässt den Ball ins Tor durchrutschen: Der Körper und die Hände sind nicht hinter dem Ball. Der Torhüter soll den Körper hinter den Ball bringen und den Ball mit den Händen halten. Dabei ist die obere Hand auf, die untere Hand hinter dem Ball.

3) Der Torhüter hält den Ball auf dem Rücken liegend: Der Torhüter dreht sich beim Fallen und Abrollen auf den Rücken. Der Torhüter soll das obere Bein nach vorne bringen, um das Drehen auf den Rücken zu verhindern.

4) Der Torhüter erreicht den Ball nicht bzw. springt zu weit: Der Torhüter hat das falsche Timing beim Fallen und Abrollen zum Ball. Der Torhüter soll den Ball genau beobachten.

5) Der Torhüter hält den Ball im Rückwärtsfallen: Der Torhüter führt den Auftaktschritt nicht aus. Der Torhüter soll den Auftaktschritt vorwärts-seitlich auf den Ball zu machen und dabei das Körpergewicht über das gebeugte Bein nach vorne bringen und den Körperschwerpunkt absenken.
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