Vollständige Version anzeigen: OH WHEN THE SAINTS GO MARCHING IN... - Kunst und Krempel - Nahost Israel Group (NIG)



Daniel
16.10.2002, 17:57
[B]OH WHEN THE SAINTS GO MARCHING IN...[/B]
[I]Über die ungewöhnliche Reise einer ungewöhnlichen Frau[/I]

Als Sr. Monika Maria im Juni diesen Jahres von der Jerusalemer Holocaust Gedenkstätte YAD VASHEM in den Räumen des Rathaus Lieberose mit dem Ehrentitel "Gerechte unter den Völkern" ausgezeichnet wurde, hätte sie sich noch nicht träumen lassen, wohin sie diese Auszeichnung wenige Wochen später tragen würde.

Bei einem Empfang durch den Bürgermeister im Rathaus ihres jetzigen Wohnortes Ludwigsburg im Anschluss an die Verleihung des Ehretitels erhielt die Franziskanerin nicht nur viele Gratulationen, sondern gab auch ein Radio Interview, in dem man sie unter anderem fragte, ob sie denn überhaupt jemals in Jerusalem gewesen sei. Die Ordensfrau verneinte. Nicht lange darauf meldete sich bei ihr ein Frankfurter Spender, der das Interview im Radio verfolgt hatte und lud Sr. Monika Maria zu einer einwöchigen Reise samt Reisebegleiterin nach Israel ein. Dort wird sie unter anderem im Haus der Franziskaner in Jerusalem untergebracht sein. Die Reise beginnt am heutigen Mittwoch. Nur eines musste im Schnellverfahren beantragt werden: Der Reisepass. Die Ordensfrau war nämlich noch nie zuvor im Ausland gewesen. Wir wünschen Sr. Monika Maria einen angenehmen Aufenthalt.

Sr. Monika Maria, seiner Zeit Gabriele Fleischer, hatte gemeinsam mit ihrem Vater, Emil Fleischer, Anfang Februar 1945 zwei Jüdinnen, die Schwestern Ljubica Levi und Lili Goldberger, vor dem sicheren Tod gerettet: Zu diesem Zeitpunkt erreichte eine Kolonne von 2000 Inhaftierten, die vom aufgelösten Konzentrationslager Auschwitz Richtung Westen getrieben wurden, das Gut von Emil Fleischer in Hollbrunn bei Lieberose. Dank der couragierten Hilfe von Emil Fleischer und seiner Tochter Gabriele gelang es den beiden Jüdinnen, dem Weitermarsch zu entkommen und sich bis zur Befreiung auf dem Gut vom Emil Fleischer zu verstecken.
René Fries
29.12.2002, 18:09
Literatur.

Wie immer, so gibt's auch zum heutigen Nahostkonflikt - der ja genau wie Israel ohne WK2 gar nicht erst da wäre - Abschliessendes. Und zwar schon längst:

" Du bist allein... allein... allein. Es ist bitter, allein zu sein... bitter, bitter, bitter. Es ist kein Ende abzusehen, es ist unfassbar (...) - Ich bin wahnsinnig, wahnsinnig vor Qual, wahnsinnig vor Kummer. Ich bin verzweifelt. Aber nicht verloren. Nein, es GIBT eine Wirklichkeit, der ich angehöre. Sie ist fern, sehr fern, ich kann von nun an bis zum Jüngsten Tag mit gesenktem Kopf dahinwandeln, um sie doch nie zu finden. Aber es gibt sie, dessen bin ich sicher. Ich betrachte die Leute mit mörderischen Blicken. Wenn ich eine Bombe werfen (...) könnte, ich würde es tun. Ich möchte die ganze Erde vernichten. Ich gehöre nicht zu ihr. Ein Narrenhaus von A bis Z! Die ganze Schiessbude! Ein riesiges Stück verdorbener Käse, von Maden wimmelnd. Scheiss drauf! In die Luft damit! Töte, töte, töte! Töte sie alle, Juden und Christen, Junge und Alte, Gute und Böse... - Ich werde leicht, leicht wie eine Feder, und mein Schritt wird fester, ruhiger, gleichmässiger. (...) Die Sterne scheinen so hell, so gelassen, so fern. Spotten sie meiner? Nein, das nicht gerade, aber sie gemahnen mich an die Nichtigkeit aller Dinge. Wer bist du, junger Mann, dass du davon sprichst, die Erde in Stücke sprengen zu wollen?" - Undsoweiter. Ist von Henry Miller, und in seinen allzuberühmten Mösenfachsimpeleien irgendwie untergegangen. Trotzdem: fast so aktuell wie BOURDALOUE.

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[Editiert durch René Fries ein Sonntag, Dezember 29, 2002 @ ][/size]
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