Vollständige Version anzeigen: Na wunderbar :-) - Welt der Frau - Nahost Israel Group (NIG)



Annke
22.10.2002, 14:43
Eigentlich fehlt jetzt nur noch die Seite für den verantwortungsvollen Hundehalter. Vielleicht kann Shual die Betreuung übernehmen?

Im Ernst:

Prinzessin Reina von Jordanien, die ja zur Zeit mit ihrem König in Deutschland weilt, hat in einem Interview u.a. gesagt, daß sie sich entschieden für die Rechte arabischer Frauen einsetzt und deswegen von religiösen Fundamentalisten ständig angegriffen wird. Sie will aber weiterhin das tun, was sie als ihre Aufgabe betrachtet. Respekt! Mutig, die Frau - eine gebürtige Palästinenserin aus Kuwait (laut SpOn).
Jacqueline Habash
24.10.2002, 13:31
Also das hier fand ich interessanter als das, was eine Königen so sagt (sagen darf...); gilt übrigens für alle Königshäuser :D

Großer Andrang bei Parlamentswahl in
Bahrain

Ungeachtet der Boykottaufrufe
mehrerer Oppositionsgruppen
sind im Golfstaat Bahrain am
Morgen Zehntausende zu den
Wahllokalen geströmt, um erstmals
seit 1973 wieder ein Parlament zu
wählen. Für die Frauen ist es das
erste Mal in der Geschichte des
arabischen Landes, dass sie wählen dürfen und sich gar
als Kandidatinnen aufstellen lassen konnten. Allerdings
sind nur acht der insgesamt 177 Kandidaten Frauen.

Die Abstimmung gilt einerseits als Schritt zur
Demokratie, andererseits haben vier Parteien zum
Boykott aufgerufen, weil nach der Verfassung eine von
Scheich Hamad bin Issa Al Chalifa eingesetzte zweite
Kammer ebenso viele Befugnisse wie die gewählte
Kammer hat.

Wahlmodus wegen Boykottaufrufs geändert

Wegen des Boykottaufrufs war die Prozedur für die
insgesamt rund 250.000 Wahlberechtigten noch in
letzter Minute geändert worden. Die von König Hamad
ernannte Regierung befürchtete, dass Wähler in den
Hochburgen der Boykotteure aus Angst nicht zur Urne
gehen würden. Deshalb erteilte sie nun die Erlaubnis,
dass jeder Bürger auch in einem so genannten
allgemeinen Wahllokal außerhalb seines Wohnbezirks
die Stimme abgeben kann.

König Hamad, der seit dem Tod seines Vaters 1999
regiert, hat alle politischen Gefangenen freigelassen und
die gefürchteten Staatssicherheitsgerichte abgeschafft.
Das letzte bahrainische Parlament war 1975 aufgelöst
worden. In der Golfregion gibt es sonst nur in Kuwait
noch Parlamentswahlen. Dort dürfen allerdings Frauen
nicht wählen.
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[Editiert durch Jacqueline Habash ein Donnerstag, Oktober 24, 2002 @ ][/size]
Emil Peisker
24.10.2002, 15:50
Ja, die Frauen in arabischen Staaten haben viel aufzuholen.

Ich kenne die meisten der Golfstaaten durch mehrere Reisen, Jordanien, Ägypten und Saudi-Arabien, dazu die Magreb-Staaten.

Die Emanzipation der Frauen wird die islamischen Staaten stärker verändern als Coca-Cola oder McDonalds-Amerika es je vermochten.
Annke
24.10.2002, 18:17
Hallo Jacey :-)

Stimmt, die Nachricht ist wichtiger. Hoffentlich läuft alles wirklich demokratisch und ruhig ab und die Kandidatinnen werden auch gewählt und können Einfluß nehmen. In Afghanistan z.B. gab es so eine Art Ministerin, die aber schnell wieder aufgegeben hat: die Männer ließen sie einfach nicht tun, was sie tun wollte.

Bei Bahrain fällt mir ja immer die Fußballmannschaft ein, die hier mal zu Besuch war und die ich beköstigt habe (mit Rinder-Gulasch). Es waren 9 gutaussehende Fußballer plus mein ebenfalls gutaussehender Ehemann - der Eßtisch war komplett besetzt. Die Frage war nur: wo blieb ich denn nun? Ich hab mir ein kleines Tischchen aufgebaut, aus Platzfrage etwas abseits vom Eßtisch. Glaubst Du, einer der Jungs (incl. Gatte) hätte sich darüber irgendwie gewundert, daß ich nicht mit am Tisch saß, sondern an einem Katzentisch? *g*

Emil: Ich denk, nicht die Frauen haben etwas aufzuholen - das wäre so zu verlangen, wenn sie etwas aus eigenem Verschulden versäumt hätten. Es ist ihnen aber vorenthalten worden, jetzt muß es ihnen gegeben werden. Es liegt zum allergrößten Teil an Männern, daß Frauen keine öffentlichen Rechte haben (in den Familien sieht es vielleicht anders aus).
Jacqueline Habash
25.10.2002, 10:17
Annke,

Du Ärmste, wenn ich mir das so vorstelle mit dem Katzentisch *tstst*...

Übrigens, dass mit dem "Geben" und "durch die Männer" sehe ich nicht ganz so eindeutig; was ich so beobachten konnte, so sind zB ältere Frauen offensichtlich ein wenig - nennen wir es ruhig mal - neidisch, dass die jungen Dinger den Mini-Aufstand proben und genau von dort kommen dann Beschwerden (zB aus der Nachbarschaft - auch arabische Großstädte sind sozial gesehen Dörfer, jeder kennt irgendwie jeden), was dann dazu führt, dass die Männer der Familie sich beugen und ihren Frauen die Anweisung geben...oft jedoch setzen die jungen Frauen dann freiwillig das Kopftuch auf ... wer will schon in Verruf geraten. Jedenfalls findet gerade meine Freundin das Verhalten der Frauen gegenüber dem eigenen Geschlecht hinterhältig und falsch.

Was zB meiner Freundin immer auffällt, wenn sie nach Jordanien fährt ist, dass sämtliche "Regeln" mit ihrer Ankunft ausser Kraft gesetzt werden. Sie geht mit den Frauen zum Bummeln, die "vergessen" das Kopftuch, naja, wenn man die deutsche Schwägerin dabei hat, denkt sich halt keiner was dabei und die Frauen trauen sich dann auch mal, zu diskutieren.

Es gibt heftige Diskussionen zwischen Männern und Männern und Frauen zwischen Frauen. Eher selten hab ich Diskussionen zwischen Frau und Mann gesehen, was aber dann sicher auch an meiner Anwesenheit lag...Diskussionen werden unter Ausschluß der Öffentlichkeit geführt. Deshalb ist es vielleicht auch so schwer für uns Europäerinnen, da hinein zu schauen.

Momentan ist das Kopftuch in Jordanien wieder auf dem Vormarsch (da hilft auch keine Gucci-betuchte Königin :-)), von Palästina gar nicht zu reden, dort geht der Prozeß einher mit dem Krieg und Jerusalem entwickelt sich - auf beiden Seiten - zum Mekka der Fundis.

Naja, und nicht zu vergessen gilt auch dort: Haste was, biste was, brauchste keine Religion (so eng zu sehen)...

:)

Achja, fast vergessen: die Stimmen der Liberalen sind natürlich nicht laut und häufig genug...Fortschritte sehe ich in allen Fernsehprogrammen der Arabischen Welt, da finden Diskussionen zuhauf statt; gestern kam auf Abu-Dhabi eine Sendung mit einem kirchlichen Würdenträger; das wäre sicher vor einigen Jahren noch nicht so einfach gewesen, so etwas auszustrahlen. Es geht vorwärts, aber eben langsam und einher mit einer Liberalisierung der Gesellschaften und Religionen dort geht der Terror und so hart es klingt, ich denke, die beissen sich die Zähne aus mit der Zeit...denn diese Prozesse dauern in aller Regel lange...wir haben nur das Pech, mittendrin in so einer Veränderung zu sitzen...vielleicht sogar erst am Anfang...wer weiss....[size=small]

[Editiert durch Jacqueline Habash ein Freitag, Oktober 25, 2002 @ ][/size]
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[Editiert durch Jacqueline Habash ein Freitag, Oktober 25, 2002 @ ][/size]
Emil Peisker
25.10.2002, 14:33
Hi Annke

"Emil: Ich denk, nicht die Frauen haben etwas aufzuholen - das wäre so zu verlangen, wenn sie etwas aus eigenem Verschulden versäumt hätten. Es ist ihnen aber vorenthalten worden, jetzt muß es ihnen gegeben werden. Es liegt zum allergrößten Teil an Männern, daß Frauen keine öffentlichen Rechte haben (in den Familien sieht es vielleicht anders aus)."

Da hab' ich mich wohl unverständlich ausgedrückt. Natürlich meine ich, dass die Frauen in Bezug auf Beteiligung in Gesellschaft, Bildung, Politik und Menschenrechten besser gestellt werden sollen!

Die Emanzipation der Frauen wird schon in geringen Dosen zur Veränderung (positiv) der islamischen Gesellschaft beitragen.

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[Editiert durch Emil Peisker ein Freitag, Oktober 25, 2002 @ ][/size]
Emil Peisker
29.10.2002, 15:21
Wenn die Emanzipation der Frauen für den Frieden nicht befördert wird, sind die Folgen schrecklich.

[img]http://www.spiegel.de/img/0,1020,160979,00.jpg[/img]

Jacqueline Habash
29.10.2002, 15:41
Gestern gabs auf Al-Jazeera (Annke, unser "Haussender" ;-))))) eine Sendung, die heisst "Nur für Frauen"; da haben einschließlich der Moderatorin (einer Nachrichtensprecherin) 4 Frauen zum Thema Vielehe im Islam diskutiert. Das war sehr interessant; zwischendurch gabs Filmsequenzen aus unterschiedlichen arabischen Staaten, worin Passanten und Passantinnen zum Thema interviewt wurden.

Besonders beeindruckend fand ich 2 davon:

1. Ein (ur)-alter Mann in Kairo, der sagte: Ich lebe mein ganzes Leben schon mit meiner Frau, sie ist die Mutter meiner Kinder, ich würde sie nie im Leben hergeben oder sie ersetzen oder eine andere Frau heiraten...

2. Eine Frau in meinem Alter in Beirut (übrigens eine der modernsten Städte im Nahen und Mittleren Osten), die sagte: Käme mein Mann auf so eine Idee, dann würde ich mich mal mit einem anderen Mann Arm in Arm vor ihm blicken lassen, mal sehen, was der dazu sagt.

Ansonsten gabs vom verschämten Kichern bis zur ernsthaften Verteidigung der Mehr-Ehe so ziemlich alles.

Im Studio saß eine ausgemachte Verfechterin für die Sache der Frauen (die auch schon schön war - meine Herren!!!!!! *hihi*), eine dicke, kitschig gekleidete und frisierte Frau, die ersterer ständig ins Wort fiel und last, but not least, zugeschaltet war eine fundamentalistisch eingestellte, matronen- und maskenhaft sitzende Frau, die alles, wofür Frauen derzeit überall auf der Welt kämpfen, für null und nichtig erklärte (schon gut, dass unsere Nachbarn auch unsere Freunde sind, meine Schreie und das Gelächter meines Mannes hätten sie sonst vertrieben) und ihr Repertoire herunterspulte ohne ihr Gesicht zu verziehen, völlig emotionslos...

Das einzig Negative an der Sendung war - so empfand ich es jedenfalls - dass eben diese unmögliche Frau die meiste Redezeit hatte...

Alles in allem fühle ich mich bestätigt; fast unbemerkt von uns hier im Westen, bricht man längst zu neuen Ufern auf...die Prioritäten mögen andere sein...aber die Entwicklung zum Positiven ist nicht mehr aufzuhalten...

Und ich wünsche ihnen, daß sie ihren ganz eigenen, speziellen Weg finden und nicht den beschreiten, wie die Frau auf Emil's Bild.
René Fries
30.10.2002, 21:54
@ Hi Jacqueline

also DESHALB haste im SpOn nur die Bayernelf bekichert! (neues Sport-Forum; da ich von der WM weiss, dass Du 'ne Argentina-Närrin bist, bin ich dort mal 'reinspaziert)

Aber wirklich: tip top, deine Beiträge hier. Und, ja, "Alles in allem fühle ich mich bestätigt; fast unbemerkt von uns hier im Westen, bricht man längst zu neuen Ufern auf...die Prioritäten mögen andere sein...aber die Entwicklung zum Positiven ist nicht mehr aufzuhalten..." DAS STIMMT

- Nachtrag 1 Nov. 02 -

Bevor ich gleich zur Messe gehe, hier noch schnell einige [I]fromme[/I] Gedanken. Also: "... was ich so beobachten konnte, so sind zB ältere Frauen offensichtlich ein wenig - nennen wir es ruhig mal - neidisch, dass die jungen Dinger den Mini-Aufstand proben und genau von dort kommen dann Beschwerden" - warum eigentlich? haben diese "frommen Musliminnen" denn DEN KORAN nicht begriffen? also, meine "Koraninterpretation" (jaja, genau jene die Hexose dermassen gründlich missverstanden hat, dass bei mir sich schon die ungeheuerliche Vermutung einschleichen will, jene von Dir beschriebenen maulenden Kopftuch-Weiber seien sämtlich von Hexose-Befall geplagt, hihi) ist jedenfalls voll und ganz in Ordnung, ich habe mit genügend Muslimen aus meinem Bekanntenkreis drüber diskutiert.

Und, damit kein wie auch immer gearteter Zweifel bei egal wem bestehen bleibe: wir - Du, ich, auch Emil (soweit ich gesehen habe) stehen in einer grundsoliden Tradition (der "anakreontischen", der auch ein Hafiz verpflichtet war), deren geradezu [I]"fürstliche"[/I] Seite ich noch mal schnell herausstellen möchte:

Goethe der Dichterfürst

Johann Wolfgang von Goethe befand sich in vornehmer Gesellschaft und wurde vom Sohn der Gastgeber wie folgt angesprochen: "Hochverehrter Herr Geheimrat, auch wenn Sie Deutschlands Dichterfürst sind, möchte ich Ihnen dennoch die Wette anbieten, dass ich Ihnen zwei Wörter sagen kann, aus denen selbst Sie keinen Reim machen können."

Goethe antwortete: "Junger Mann, ich nehme diese Wette gerne an. Nennen Sie mir die zwei Wörter."

Der junge Mann antwortete: "Die zwei Wörter sind HAUSTÜRKLINGEL und MÄDCHENBUSEN."

Nachdem Goethe sich einige Minuten zurückgezogen hatte, lieferte er als Beweis dafür, dass er tatsächlich Deutschlands Dichterfürst sei, das folgende Gedicht:

"Die Haustürklingel an der Wand,
der Mädchenbusen in der Hand
sind beides Dinge wohlverwandt.
Denn, wenn man beide leis' berührt,
man innen drinnen deutlich spürt,
dass unten draussen einer steht,
der sehnsuchtsvoll nach Einlass fleht."

Was der Papst oder die Mullahs oder die Rabbiner hierzu sagen ist mir umso wurschter, als es ja auch in meiner ureigensten katholischen Tradition genug "fürstliche" Elemente gibt - man begucke nur mal aufmerksam die grosse europäische sakrale Barockmalerei mit all seinen nackten Putti und dito Busen.

:-))))[size=small]

[size=small]

[Editiert durch René Fries ein Freitag, 1, 2002 @ ][/size]
René Fries
01.11.2002, 20:08
Im SpOn spielt jetzt Heinz den sparring partner (eigentlich hätte ich ja eher - zum Beispiel - Annke erwartet; naja, kommt vielleicht noch): http://forum.spiegel.de/cgi-bin/WebX?14@238.zgpzaczJwrp^22@.ee704a7/1045 und http://forum.spiegel.de/cgi-bin/WebX?14@238.zgpzaczJwrp^24@.ee704a7/1046
Hannes
04.11.2002, 20:48
Der Goethe macht' einst ein Gedicht
von zartem Frauenbusen
und Fries so einfach und auch schlicht
im Denken wie wohl auch beim Schmusen -

- der denkt sich: Fein!

Er setzt voll Freude es hier rein
doch sei der Kontext noch so klein
der wird hier nicht zu finden sein ,,,
:
... was lernt man nun aus der Geschicht
wenn Du nen Beitag nicht verstehst
nimm ja nie ein Gedicht
schon gar nicht eins von Goethe
denn alles was'd damit verdrehst
es zeigt nur Deine Nöte ,,,
René Fries
27.12.2002, 11:55
[I]denn alles was'd damit verdrehst
es zeigt nur Deine Nöte ,,, [/I]

...richtet sich doch wohl an den Herrn Maue, von dem dies Zitat - wo immer ER es denn her haben mag - abstammt
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