Vollständige Version anzeigen: BMBF, Berlin, 2003-07-01 : Bulmahn: "Wir stehen vor einer großen Bildungsreform, die wir nur gemeinsam schultern können" - Presseschau - Das Forum des Gesamtelternrates Leipziger Kindertageseinrichtungen



gerleipzig
01.07.2003, 22:17
> BMBF-Pressemitteilung Nr. 117/2003 vom 01.07.2003
> Berlin, 2003-07-01
>
> Bulmahn: "Wir stehen vor einer großen Bildungsreform, die wir
> nur gemeinsam schultern können"
>
> Zur Veröffentlichung der ergänzenden PISA-Studie der UNESCO
> erklärte die Bundesministerin für Bildung und Forschung,
> Edelgard Bulmahn:
> "Die Erkenntnisse der Studie unterstreicht noch einmal, wie
> dringend wir in Deutschland eine Bildungsreform brauchen. Wir
> dürfen nicht länger die Begabung und Fähigkeiten von Kindern
> und Jugendlichen verschenken und wir müssen in Zukunft
> verhindern, dass die soziale Herkunft zu sehr über den
> Schulerfolg und die Bildungschancen entscheiden.
>
> Es geht jetzt darum nach vorn zu blicken. Die Länder müssen
> an einem Strang ziehen und gemeinsam die notwendigen Reformen
> schnell umsetzen. Mit dem von der Bundesregierung geförderten
> Aufbau von Ganztagsschulen muss es uns in den nächsten vier
> Jahren gleichzeitig gelingen den Unterricht an den Schulen
> entscheidend
> zu verbessern. Wir müssen auf die frühe Förderung unserer
> Kinder setzen und uns nicht länger der Einsicht verschließen,
> dass es besser ist, Schüler länger als bisher gemeinsam zu
> unterrichten.
>
> Wir stehen in Deutschland vor einer großen Bildungsreform die
> wir nur gemeinsam mit Bund, Ländern, Eltern, Schülern,
> Lehrern und allen anderen für Schule und Bildung
> Verantwortlichen werden schultern können."
Lenuschka
02.07.2003, 13:38
Wir stehen vor einer großen Bildungsreform ...
Scheinbar redet man nur von Bildung und Reform, weil es in ist und hat dabei doch noch nichts verstanden.
Wann fängt denn nun Bildung an? Den neuesten Erkenntnissen nach bereits pränatal (aber hier kann der Staat noch nicht viel unterstützen), spätestens also mit der Geburt. Eltern/Familien von Beginn an zu stärken, zu bilden, in und mit den Kitas alle Voraussetzungen zu schaffen, damit Bildung von Anfang an und Erwerb von Weltwissen für jedes Kind möglich ist - hierin sollte doch investiert werden (sprich: kostenlose Kitabetreuung für alle Kinder bei besseren Rahmenbedingungen, höherwertige Ausbildung der Erzieher, dann auch bessere Bezahlung derselben, ...). Es ist bekannt, dass der Mensch nie mehr so viel und intensiv lernt, wie in seinen ersten Lebensjahren (Kindheit = Lernen) - warum investieren wir dann nicht alle Kraft und Möglichkeit in diese Zeit? Sondern verpflichten per Modellauftrag einige wenige Schulen zur Ganztagsschule (selbst Grundschulen, wo vielleicht noch was zu retten wär, sind hiervon ausgeschlossen). Schon mal darüber nachgedacht, was GTS für Lehrer, Kinder, Eltern bedeutet? GTS muss von allen, ganz besonders den Lehrern gewollt und gekonnt sein. Da kann man nicht einfach eine herkömmliche Schule dazu umfunktionieren!Zumal man auch weiß, dass sich manch Schule lediglich der Gelder wegen als Modellschule beworben hat! Sollten die GTS nicht das halten, was man sich jetzt davon verspricht - hat man dann für das nächste schlechte Abschneiden bei PISA (und dies scheint nicht auszuschließen zu sein), wieder einen Sündenbock gefunden? Es wär schon schlauer, sich an einen Tisch zu setzen (gemeint sind Wissenschaftler der verschiedensten Altersbereiche, Politiker,Wirtschafter, Vertreter aus Kita, Grund- und weiterführenden Schulen, Eltern, Schüler usw.) und nicht nur zu debatieren und dabei seine Fach-Interessen durchsetzen zu wollen, sondern die in den Mittelpunkt zu stellen, um die es geht und Festlegungen zu treffen, Pläne zu schmieden und in Angriff zu nehmen. Andere Länder haben es vorgemacht. Gelder in dieser Höhe und vor allem mit diesem Ziel in 10 Sächsische Schulen zu stopfen halt ich für Makulatur, für verpufft, für eine Fehlinvestition - auch wenn für den einen oder anderen Schüler was dabei rausspringt, eine Lösung des Problems ist dies jedenfalls nicht.
C. Müller
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